Eine Erfindung, ein ungewöhnlicher ehrenamtlicher Einsatz, eine herausragende Leistung oder beherzter Einsatz im Alltag: Engagement wird ausgezeichnet. Bereits zum siebten Mal sucht die Neue Aargauer Bank (NAB) den oder die Aargauer/in des Jahres. Noch bis Anfang September kann die Aargauer Bevölkerung Namen von Kandidatinnen und Kandidaten einreichen. Einzige Bedingungen: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt und im Aargau wohnhaft oder sehr eng mit dem Kanton verbunden sein. 

Im letzten Jahr wurde die Oberentfelderin Marit Neukomm für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe mit ihrer selbst gegründeten Hilfsorganisation «Volunteers for Humanity» ausgezeichnet. Aber was hat die Wahl bei ihr bewirkt? 

«Sie hat mir viele Türen geöffnet und sehr gute Kontakte ermöglicht», erklärt Neukomm in einer Mitteilung der NAB vom Montag. «Wir konnten unsere Hilfe für Menschen auf der Flucht massiv ausbauen.» Die von ihrer Organisation finanzierte mobile Dentalklinik in Serbien läuft auf Hochtouren: «Im Mai konnte bereits der fünfhundertste Patient behandelt werden.» 

Street Racket in Flüchtlingscamps

Ebenfalls in Serbien hat Neukomm ein weiteres Projekt gestartet: Zusammen mit der Firma «Street Racket» brachte sie die gleichnamige Sportart in die Flüchtlingcamps. So soll den Menschen etwas Abwechslung in den eintönigen Alltag gebracht und eine Bewegungsform angeboten werden, die «niederschwellig ist». Street Racket ist für Frauen, Männer und Kinder geeignet und «soll die breite Gesundheit durch einfache Bewegung verbessern», erklärt Neukomm auf Anfrage der az. 

«Ein Mädchen hat mir das Letzte gegeben, was es hatte» (Dezember 2016)

Marit Neukomm über ihren prägendsten Moment 2016 – und weitere wichtige Momente aus der Sendung «TalkTälglich» im Zusammenschnitt. 

Auch in Syrien ist die motivierte Oberentfelderin aktiv: «Zum Einen haben wir das Ziel, eine Schule in einem Flüchtlingscamp in Latakia aufzubauen.» Bis Ende Juli sammelt das Hilfswerk Schulmaterial jeglicher Art. «Zum Anderen sind wir auf der Suche nach Spenderinnen und Spender welche bereit sind, eine Familie jeden Monat mit einem Essenspaket zu unterstützen.»

Ein solches Paket kostet monatlich 35 Franken und ernährt eine Familie einen ganzen Monat lang. «Bisher konnten wir 50 Spenderinnen und Spender erreichen. Das reicht, um 100 Familien für 6 Monate mit genügend Essen zum Überleben zu versorgen.» Aber um die Essenspakete in der Türkei zusammenstellen lassen zu können, muss eine Mindestmenge von hundert Paketen erreicht werden. 

Doch damit noch nicht genug, auch für die Zukunft hat sie grosse Pläne: «Für den Herbst planen wir bereits die nächste große Sammlung für Winterkleidung und weitere Materialien für Syrien und Serbien.»

Weitere Infos unter www.nab-award.ch