In keinem anderen Aargauer Bezirk sind Eigentumswohnungen so teuer wie in Rheinfelden: Der Mittelwert pro Quadratmeter liegt per 1. Juli bei 6750 Franken. Rheinfelden gehört zusammen mit dem Bezirk Zurzach sogar im landesweiten Vergleich zu den zehn Bezirken mit dem höchsten Preisanstieg innerhalb eines Jahres. Dies zeigt der Immobilienreport der ETH Zürich und des Vergleichdienstes Comparis.

Wer in Zurzach eine Wohnung sucht, zahlt im Vergleich zum vergangenen Jahr mit 5500 Franken 15 Prozent mehr für den Quadratmeter. In Rheinfelden sind es sogar 16 Prozent mehr. «Rheinfelden liegt mit dem Zug nur 15 Minuten von Basel entfernt und ist ebenfalls sehr zentral gelegen», erklärt Immobilienexperte Michael Kohlas den überdurchschnittlichen Anstieg. Immobilienpreise hätten sich in Ballungsgebieten erhöht. Deshalb liege es nahe, so Kohlas, dass auf benachbarte Bezirke wie Rheinfelden ausgewichen werde. Die dort steigende Nachfrage wiederum führe dann auch dort zu einem Preisanstieg.

Auch Lenzburg taucht im Immobilienreport in einer Top-Ten-Liste auf: Schweizweit reiht sich die Region auf Platz 9 derjenigen Bezirke ein, die den höchsten Preisanstieg für Wohnungen innerhalb von zehn Jahren verzeichneten. Seit 2007 sind die Preise hier um 64 Prozent gestiegen. «Lenzburg befindet sich wie viele andere Gemeinden im Sog von Zürich», sagt Kohlas. Diese Bezirke würden weiter an Attraktivität gewinnen, da bezahlbarer Wohnraum in der Stadt Zürich und näherer Agglomeration sehr knapp sei.

Zum Vergleich: Wohnungen in Zürich sind fast doppelt so teuer wie in Rheinfelden: Hier kostet der Quadratmeter 12'250 Franken – 750 mehr als vergangenes Jahr und damit schweizweit am meisten. «Es ist ein Problem, dass sich durchschnittlich verdienende Familien die Immobilienpreise in Städten nicht mehr leisten können», sagt Kohlas. Damit würden Regionen, die um diese Ballungsgebiete liegen, umso attraktiver. «Hinzu kommt, dass das öV-Netz laufend ausgebaut wird und somit die Attraktivität solcher Regionen noch zusätzlich steigert.»

Wohnungspreise in Aarau fast konstant

Derweil scheint sich die Lage in einer anderen Aargauer Region beruhigt zu haben: Aarau zählt schweizweit zu denjenigen Bezirken, deren Wohnungspreise am geringsten angestiegen sind. Zwischen dem zweiten Quartal 2016 und dem zweiten Quartal 2017 wurde der Quadratmeter lediglich um ein Prozent teurer. Vor zwei Jahren stiegen die Preise noch um 11 Prozent.

In den Immobilienreport von comparis.ch und der ETH Zürich flossen Daten von über 1,6 Millionen Kaufinseraten für Häuser und Wohnungen ein, die von 2005 bis Ende Juni 2017 in der Immobiliensuchmaschine von comparis angezeigt wurden. Als Datengrundlage wurden Angebotspreise verwendet, von welchen der Median ausgewertet und auf die nächsten 250 Franken gerundet wurde.