Gesundheit
Aargauer Behörden gehen gegen Javelwasser-Heiler vor

Schweizer Anhänger des Ex-Scientologen und «Javelwasser-Heilers» Jim Humble preisen auf ihrer Internetseite Javelwasser als Heilmittel an. Da das Werben dafür verboten ist, prüfen Aargauer Gesundheitsbehörden die Sperrung der Seite.

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Die Seite der Schweizer Anhänger des Javelwasser-Heilers.

Die Seite der Schweizer Anhänger des Javelwasser-Heilers.

Screenshot: www.mms-schweiz.ch

Die Aargauer Gesundheitsbehörden gehen gegen den Internethandel des Schweizer Ablegers von MMS (Master Mineral Solution) vor. Der Schweizer Anhänger des MMS-Erfinders und Ex-Scientologen Jim Humble preist auf seiner Internetseite unter anderem Natriumchlorit-Lösung (Javel-Wasser) als Heilmittel gegen Krankheiten an. Humble will damit sogar Krebskranke heilen.

«Da die Werbung für Natriumchlorit zu Heilzwecken verboten ist, ist auch der Inhalt der Internet-Seite von MMS-Schweiz illegal», sagt die Aargauer Kantons-Apothekerin Muriel Sponagel der «NZZ am Sonntag». Sie prüfe darum die Sperrung der Seiten.

Zwar weist der Aargauer MMS-Vertreter korrekt daraufhin, dass das Mittel nicht als Heilmittel zugelassen sei, lobt aber dessen Vorzüge zur Behandlung von allerlei Gebrechen.

In der Schweiz hat es 2012 einen ersten schweren Vergiftungsfall gegeben, als eine Frau das Wundermittel eingenommen hatte, wie Hugo Kupferschmidt, Direktor des Toxikologischen Informations-Zentrums in Zürich berichtet. «Die Anwendung von Natriumchlorit zu Heilzwecken kann schwere gesundheitliche Schäden wie Verätzungen hervorrufen», warnt er. Es handle sich um Chemikalien, die medizinisch gesehen keine Wirkung hätten, aber bei hoher Dosierung gefährlich sein könnten.