Hitze

Aargauer Bauern hoffen auf Regen: Bleibt es trocken, ist die Mais-Ernte in Gefahr

Der Mais braucht Wasser. (Archivbild)

Der Mais braucht Wasser. (Archivbild)

Am Wochenende soll es endlich wieder einmal regnen. Meteonews geht sowohl am Samstag als auch am Sonntag von einer hohen Regenwahrscheinlichkeit im Kanton Aargau aus. Nach der heissen und trockenen Woche mit neuen Temperaturrekorden hoffen vor allem die Bauern auf Regen. Wegen der Trockenheit hat die kantonale Abteilung Landschaft und Gewässer bereits mehrere Bäche für die Wasserentnahme gesperrt. Das heisst, die Bauern dürfen kein Wasser mehr für die Bewässerung ihrer Felder entnehmen.

Beim Bauernverband Aargau sind deswegen noch keine Rückmeldungen von Bauerneingegangen. «Noch hoffen wir alle, dass am Wochenende der Regen kommt», sagt Fredi Siegrist.

Gemüse und Mais brauchen dringend Wasser

Immerhin: Das Getreide ist grösstenteils eingebracht. «Die Ernte hat nicht gelitten und die Erntearbeiten konnten unter besten Bedingungen durchgeführt werden», sagt Siegrist. Anders sieht es beim Gemüse und Mais aus. «Bleibt der Regen am Wochenende aus, wird sich die Situation zuspitzen.» Hat der Mais zu wenig Wasser, reifen die Kolben nicht richtig aus. «Das hat einen grossen Einfluss auf den Ertrag und auf die Qualität des Futters», sagt Siegrist. Die Trockenheit spüren die Aargauer Bauern auch im Futterbau. Die ersten beiden Grasschnitte seien gut gewesen, der Ertrag des dritten hingegen falle sehr bescheiden aus, sagt Siegrist. Das heisst: Es gibt weniger Heu und Silage für die Tiere. Letzten Sommer waren viele Bauern gezwungen, einige ihrer Tiere früher als geplant zu schlachten, weil das Futter wegen der Dürre nicht für alle reichte. «Das ist im Moment noch kein Thema», sagt Siegrist. «Aber wenn es am Wochenende nicht regnet, wird auch Futterknappheit schnell ein Thema.»

Den Nutztieren würden die hohen Temperaturen – wie uns Menschen auch – zu schaffen machen, sagt Siegrist, der selber Kühe hält. Um die Hitze für seine Tiere erträglicher zu machen, sind im Stall eine Sprinkleranlage und Ventilatoren in Betrieb.

Diese Massnahmen sind für Fische natürlich keine Option. Trocknen Bäche aus, werden sie abgefischt und umgesiedelt. «Bisher wurden noch keine Abfischungen ausgeführt», sagt Samuel Gerhard, Fachspezialist für Jagd und Fischerei. Aber die Beurteilungen laufen.

Letztes Jahr verendeten im Rhein tausende Äschen. Fast alle Rhein-Kantone haben damals ein Fangverbot erlassen. Der Aargau nicht. «Es wurde eine Verzichtsempfehlung für den Fang von Äschen abgegeben», sagt Gerhard. Im Moment bestehe kein Fangverbot. Die Situation werde beobachtet.

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