Hypotheken

Aargauer Banken machen im Wettstreit der Hypotheken nicht mit

Wer sein eigenes Heim bauen will, ist in der Regel auf Gelder der Banken angewiesen. Gaetan Bally/Keystone

Wer sein eigenes Heim bauen will, ist in der Regel auf Gelder der Banken angewiesen. Gaetan Bally/Keystone

Selten war es leichter, den Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen. Die Hypothekarzinsen sind tief wie nie. Entsprechend umkämpft ist das Geschäft mit den Hypotheken. Die Aargauer Banken ziehen da aber nicht mit.

Selten war es leichter, den Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen. Die Hypothekarzinsen sind tief wie nie. Entsprechend umkämpft ist das Geschäft mit den Hypotheken. Dabei gehen gewisse Banken hohe Risiken ein, um neue Kunden zu gewinnen.

Dies zeigt eine Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei den 25 grössten Schweizer Hypo-Banken, die der «SonntagsBlick» kürzlich publik machte.

Demnach wird bei jeder fünften neuen Hypothek die Immobilie zu mehr als 80 Prozent belehnt. Und vier von zehn Neu-Hypotheken gehen an Kunden, die bei einem Zins von 5 Prozent in finanzielle Schwierigkeiten geraten würden. Die Nationalbank bestätigt zwar die Zahlen, nennt aber die Namen der befragten Unternehmen nicht. Offen ist, ob auch Aargauer Banken dazu zählen.

Ein Fünftel Eigenmittel sind nötig

Wie eine Umfrage der az bei den grössten Banken des Kantons zeigt, scheint dies nicht der Fall zu sein. Der Grundtenor jedenfalls lautet: «Wir halten uns bei der Vergabe von Hypotheken an die Mindestanforderungen.»

Von potenziellen Kunden verlangen die Finanzinstitute in der Regel neben 20 Prozent Eigenmitteln auch, dass sie einen Zinssatz von 5 Prozent verkraften könnten.

Vorbezüge oder Verpfändung der Pensionskasse lassen sich bei den 20 Prozent Eigenkapital anrechnen. Der Anteil an Geldern, die nicht aus der 2. Säule stammen, muss seit vergangenem Sommer jedoch mindestens zehn Prozent betragen.

«Unsere Risikopolitik ist äusserst restriktiv», heisst es bei der Valiant-Gruppe. «Qualität vor Quantität» lautet der Grundsatz bei der Hypothekarbank Lenzburg. «Konservativ» legt die UBS nach eigener Aussage ihre Vorgaben aus.

Und «recht konservativ» bezeichnen die Clientis-Banken ihr Vorgehen bei der Vergabe von Hypotheken. «Die Vorgaben sind in den letzten Jahren nicht gelockert worden», sagt Clientis-Mediensprecher Hans-Ulrich Stucki.

Hohe Risiken bewusst

Denn man sei sich der hohen Risiken durchaus bewusst. Und Roland Teuscher, Mediensprecher der Neuen Aargauer Bank, spricht von einer «seit Jahren bewährten, vorsichtigen Kreditpolitik».

Erstaunt über die Ergebnisse der Nationalbank-Umfrage zeigt sich Ursula Diebold, Mediensprecherin der Aargauischen Kantonalbank: «Ich finde es schade, dass solche Fälle vorkommen, obwohl die Risiken von leichtfertig vergebenen Hypotheken schon länger bekannt sind.»

Abweichungen von den Grundsätzen bei der Hypothekenvergabe kämen nur in seltenen Fällen vor, heisst es bei der «Hypi» Lenzburg, der NAB, der Clientis-Gruppe, den Raiffeisenbanken, der UBS und der Valiant-Gruppe.

Ausnahmen seien etwa dann möglich, wenn andere finanzielle Sicherheiten vorliegen würden, sagt Valiant-Mediensprecherin Valérie Bodenmüller.

Strikt gibt sich auch die AKB, die gemäss Mediensprecherin Ursula Diebold kaum von den Regeln abweicht. Könnten die Kunden nicht mehr zahlen, kämen schliesslich beide Seiten in Schwierigkeiten.

Martin Meili, Geschäftsleiter des Hauseigentümerverbands Aargau, stützt die Aussagen der Banken: «Zwar herrscht Wettbewerb zwischen den Finanzinstituten, aber es gibt kein Signal, das auf ein lasches Verhalten der Banken hinweisen würde.»

Konkrete Fälle sind ihm nicht bekannt. Meili würde den Aargauer Banken denn auch «kein allzu schlechtes Zeugnis» ausstellen. Allerdings erhalte der Hauseigentümerverband keinen tiefen Einblick in die Hypotheken-Geschäfte.

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