Strassenverkehr

Aargauer Autofahrer: Gebühren liegen fast 40 Prozent über den Kosten

Die Gebühren für Motorfahrzeugprüfungen und ähnliche Dienstleistungen des Strassenverkehrsamt liegen im Aargau 38 Prozent über den Kosten. (Symbolbild)

Die Gebühren für Motorfahrzeugprüfungen und ähnliche Dienstleistungen des Strassenverkehrsamt liegen im Aargau 38 Prozent über den Kosten. (Symbolbild)

Im schweizerischen Durchschnitt zahlen die Autofahrerinnen und Autofahrer 16 Prozent mehr Gebühren, als bei den Strassenverkehrsämtern Kosten anfallen. Der Aargau liegt mit 38 Prozent gar noch weit über diesem Schnitt.

Die Aargauer Autofahrerinnen und Autofahrer zahlen 38 Prozent mehr an Gebühren, als auf dem Strassenverkehrsamt effektiv an Kosten anfallen. Dies zeigt eine Auswertung des Bundes für das Jahr 2012.

Im schweizerischen Durchschnitt verlangten die Strassenverkehrsämter 16 Prozent mehr Gebühren als Kosten anfielen, wie die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr waren es 17 Prozent gewesen.

Dagegen hat sich das Verhältnis im Aargau verschlechtert: Im Vorjahr waren die Gebühren 28 Prozent über den Kosten. Die Steigerung um 10 Prozenpunkte ist laut Bund in erster Linie auf Kostenreduktionen im Bereich Personal, Güter und Dienstleistungen zurückzuführen. Das heisst: Die Kosten wurden reduziert, die Gebühren bewegten sich in einem ähnlichen Rahmen wie im Vorjahr, deshalb ist das Missverhältnis zwischen Kosten und Gebühren grösser geworden.

In der Statistik berücksichtigt werden unter anderem die für Führer- und Fahrzeugausweise sowie für Motofahrzeugprüfungen erhobenen Gebühren.

In zehn Kantonen liegen die Gebühreneinnahmen mehr als ein Viertel über den Kosten. Ein noch grösseres Missverhältnis als im Aargau herrscht in den Kantonen Genf, Appenzell Innerrhoden, Wallis und Basel-Stadt.

Insgesamt Kosten höher als Gebühren

Das Verhältnis zwischen Gebühren und Kosten errechnet die Finanzverwaltung im Auftrag des Parlaments. Sie untersucht jeweils die Bereiche mit den höchsten Gebühreneinnahmen. Anders als bei den Strassenverkehrsämtern liegen die Gebühreneinnahmen bei der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Abfallentsorgung und beim Rechtswesen unter den Kosten – im schweizerischen Durschnitt als auch im Aargau.

Der Gebührenindex in der Schweiz lag 2012 bei rund 80 Prozent, ähnlich wie im Vorjahr. Das heisst, dass die Kosten für die betrachteten öffentlichen Leistungen nur zu rund 80 Prozent durch Gebühren gedeckt waren. Im Aargau ist der Gebührenindex genau wie im Vorjahr bei 75 Prozent.

Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind indes beträchtlich. Während Basel-Stadt, Solothurn und Graubünden nahezu 100 Prozent der Kosten in den untersuchten Bereichen mit Gebühren decken, finanzieren Genf und Uri weniger als 40 Prozent der Kosten über Gebühren. Viele Leistungen werden in diesen Kantonen über Steuereinnahmen oder öffentliche Unternehmen finanziert. 

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