Sexuelle Übergriffe

Aargauer Asylbewerber: «Meine Religion verbietet es, Frauen anzufassen»

Asylbewerber zu Sex-Attacken

Asylbewerber zu Sex-Attacken

Auch in der Schweiz wurden in der Sivesternacht zahlreiche junge Frauen von Unbekannten sexuell belästigt. Im Verdacht stehen vorwiegend Flüchtlinge. Was sagen Asylbewerber dazu?

Hinter den sexuellen Übergriffen in Köln sollen hauptsächlich Asylbewerber aus dem arabischen Raum und Nordafrika stehen. Tele M1 wollte von Asylbewerber in der Region wissen, wie sie über die Sex-Attacken denken.

«Jedes Land hat seine Religion und seine Kultur», weiss Ilmi aus Somalia. Der Asylbewerber ist einer von vielen Somaliern, die derzeit in der Unterkunft Schafisheim untergebracht sind. Die sexuellen Übergriffe von Köln beschäftigen auch sie, wie eine Reportage von Tele M1 zeigt.

Für Ilmi ist klar: «Meine Religion verbietet es mir, Frauen ohne ihr Einverständnis zu berühren.» Der Islam verbiete es, Frauen zu begrapschen, meint auch sein Landsmann Mohammed. Und Hassan findet: Das dürfe in keiner Kultur vorkommen.

Auch der Eritreer Johannes kritisiert solche Übergriffe. Als Ursache sieht er aber nicht bloss kulturelle Unterschiede. «Die jungen Männer sind den ganzen Tag auf engem Raum zusammen, ohne Privatsphäre», so der Asylbewerber aus Aarau. Unterwegs in der Stadt betrachten einige von ihnen die Frauen dann als "Frischfleisch".

Sexuelle Übergriffe: Das sagt das Volk

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Opfer auch in Zürich

Auch in Zürich wurden in der Silvesternacht mehrere Frauen von Ausländern massiv sexuell belästigt. «Es waren etwa zehn von ihnen», berichtet eines der Opfer. «Sie fingen an mich zu berühren, fassten an meinen Hintern. Ich bekam blaue Flecken davon», schildert die Frau, die anonym bleiben will, den Übergriff gegenüber dem TV-Sender.

Verzerrtes Frauenbild

Dass die Täter als arabisch oder nordafrikanisch beschrieben werden, überrascht Saida Keller-Messhali nicht. «Die jungen Männer haben ein Problem mit ihrem Frauenbild», meint die Präsidentin vom Forum für einen fortschrittlichen Islam. Wahrscheinlich sogar mit ihrer eigenen männlichen Identität.

Bis am Sonntag waren in Köln über 500 Anzeigen eingegangen. 150 wegen sexueller Übergriffe. Gegen 30 Personen wird derzeit ermittelt. (cze)

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