Urteil
Aargauer Arzt hatte Sex mit Angestellter und niemand erfuhr davon

Als Therapie verordnete ein Arzt seiner Angestellten mehr Sex. Die «Behandlung» führte er bei ihr gleich selber durch und stellt dafür 17'000 Franken in Rechnung. Bei einer Prüfung des Luftschutzkellers findet seine Frau nun das Urteil.

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Aargauer Arzt hatte Sex mit einer Praxisassistentin und liess sie im Glauben, es sei eine Therapie gehen ihre Essstörung. (Symbolbild)

Aargauer Arzt hatte Sex mit einer Praxisassistentin und liess sie im Glauben, es sei eine Therapie gehen ihre Essstörung. (Symbolbild)

Keystone

Die Atomkatastrophe in Fukushima liess alles auffliegen: Nachdem in der Gemeinde eines Aargauer Arztes alle Luftschutzkeller kontrolliert wurden, entdeckte die Gattin des besagten Arztes brisante Unterlagen. Sie stiess auf ein Urteil gegen ihren Mann.

Darin nützte er die Notlage einer jungen Frau, einer bei ihm angestellten Praxisassistentin, aus. Er überzeugte sie, dass Sex zu einer ganzheitlichen Therapie gegen ihre Essstörung gelte. Wie die Zeitung Blick heute berichtet, stellte er ihr dafür sogar 17'000 Franken in Rechnung.

Wegen Ausnützen einer Notlage, versuchter Nötigung und mehrfacher Verletzung des Berufsgeheimnisses sei der Arzt verurteilt worden. Wie Blick berichtet, wurde das Verfahren damals mit grösster Diskretion abgewickelt und niemand erfuhr davon. Der Arzt sei noch heute berufstätig, denn die Berufsausübungsbewilligung sei ihm nicht entzogen worden.

Im vergangenen Frühling sei die Polizei in seine Praxis eingefahren und habe ihn in die Psychiatrische Klinik überwiesen. Grund sei eine Selbstmorddrohung gewesen.

Balz Bruder, Kommunikationschef des Departements Gesundheit und Soziales im Aargau sagte gegenüber Blick, der Entzug der Berufsausübungsbewilligung sei ein schwerer Eingriff und die rechtlichen Anforderungen an einen Entzug seien entsprechend hoch. «Zum heutigen Zeitpunkt gibt es im vorliegenden Fall keine Gründe für aufsichtsrechtliche Massnahmen», ergänzte er. Ein Bezirksgericht verhinderte mit einer superprovisorischen Verfügung auf Antrag des Arztes, dass mehr berichtet wird.