Impfungen

Aargauer Apotheken dürfen neu auch impfen – wenn sie die Voraussetzungen erfüllen

Aargauer Apotheken erhalten die Erlaubnis, Impfungen anzubieten. In vielen anderen Kantonen ist dies bereits Standard.

Aargauer Apotheken erhalten die Erlaubnis, Impfungen anzubieten. In vielen anderen Kantonen ist dies bereits Standard.

In den meisten Kantonen der Schweiz gehört es mittlerweile zum Standard, dass auch Apotheken impfen dürfen. Im Aargau soll dies ab dem 1. Oktober nun auch möglich werden – und so das Gesundheitswesen entlasten werden.

Ab dem 1. Oktober 2020 ist es in Aargauer Apotheken möglich, bestimmte Impfungen ohne ärztliche Verschreibung durchzuführen. Der Kanton erhofft sich gemäss einer Mitteilung, dadurch einem Hausärztemangel indirekt entgegenwirken zu können, wenn sich Patienten in Apotheken impfen lassen und so Arztpraxen entlastet werden. Die Impftätigkeit in Arztpraxen bleibt erhalten.

Konkret können ab dem 1. Oktober folgende Impfungen in Apotheken vorgenommen werden:

  • Impfung gegen Grippe
  • Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Tetanus-Prophylaxe bei Verletzungen (Kombinationsimpfstoff)

Wie der Kanton schreibt, soll diese Neuerung auch dazu beitragen, dass sich wegen des erleichterten Zugangs zur Grippeimpfung in diesem Herbst mehr Personen im Aargau gegen die saisonale Grippe impfen lassen können.

Eine höhere Durchimpfungsrate führe dann zu einer Senkung der Zahl von Grippeerkrankten mit Komplikationen und letztlich zu einer Entlastung des Gesundheitswesens, das wegen der Coronakrise und einer allfälligen zweiten Welle im Herbst gefordert sein kann.

Impfen nur unter Auflagen und Vorkehrungen

Für die neue Impfpraxis gelten jedoch Auflagen. So dürfen Apothekerinnen und Apotheker zum Beispiel kranke, schwangere und unter 16-jährige Personen nicht impfen. Zudem müssen jene Personen, welche die Impfungen durchführen, über einen Fähigkeitsausweis (FPH Impfen und Blutentnahme) oder über eine gleichwertige Ausbildung verfügen.

Sei dies gegeben und beim Kantonsapotheker gemeldet, liege es am Kanton, einer Apotheke die Impf-Bewilligung zu erteilen. Dafür seien jedoch weitere Auflagen zu erfüllen, schreibt der Kanton. So müssen Apotheken etwa über geeignete Räumlichkeiten verfügen, die räumlich abgetrennt und nicht einsehbar sind, damit Patienten auch in liegender Position geimpft werden können. Auch müssten Vorkehrungen getroffen werden, falls bei einer Impfung ein Notfall eintreffen sollte.

Wenn sich die Erfahrungen ab der Einführung von Impfapotheken als positiv erweisen würden, werde das kantonale Departement für Gesundheit und Soziales zu einem späteren Zeitpunkt eine Ausweitung des Impfangebots in Aargauer Apotheken prüfen. (kca)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1