elektronisches Rezept

Aargauer Ärzte und Apotheker leisten mit eRezepten Pionierarbeit

So war es bisher: Der Arzt stellt die Rezepte von Hand aus (Symbolbild).

So war es bisher: Der Arzt stellt die Rezepte von Hand aus (Symbolbild).

Ärzte und Apotheker führen im Kanton Aargau gemeinsam die elektronische Rezeptübermittlung ein. Damit ist ein erster Schritt in Richtung Medikationsdossier getan. Arzt und Patient sollen davon profitieren.

In Zukunft soll es nicht nur eBanking und eMail, sondern auch eRezepte geben. Das innovative Modell, das die Argomed Ärzte AG und der Aargauische Apothekerverband (AAV) gemeinsam einführen, bringt mehr Sicherheit für die Patienten, weil unlesbare Rezepte oder Übertragungsfehler dank der elektronischen Übermittlung definitiv der Vergangenheit angehören.

Im Vordergrund steht sowohl für die Ärzte wie auch für die Apotheker eine starke Grundversorgung, bei der die Partner im Gesundheitswesen integriert und koordiniert miteinander agieren – «zum Wohl der Patienten», wie sie betonen.

Freie Wahl der Apotheke

Für den Patienten ändert sich am Ablauf nichts: Er erhält sein Rezept vom Arzt, allerdings nicht ein handgeschriebenes, sondern ein gedrucktes, das wie bisher mit der Unterschrift des Arztes und zusätzlich mit einem Strichcode versehen ist. Damit geht er in die Apotheke seiner Wahl, präsentiert sein Rezept und erhält das Medikament.

Der Arzt seinerseits übermittelt das Rezept elektronisch in eine sogenannte Docbox, von wo es vom Apotheker abgerufen werden kann. Falls die Apotheke noch nicht im System integriert ist, wird der Apotheker oder die Pharmaassistentin wie bisher die Indikationen des Arztes kopieren und das Medikament entsprechend beschriften.

Da bereits 95 Prozent der Aargauer Apotheken die nötige elektronische Infrastruktur für die Umsetzung dieses Projektes besitzen, dürften sich die meisten der eRezeptierung anschliessen. Sie können in diesem Fall das Rezept in der Docbox abrufen und automatisch in ihr System einlesen. Diese Form der Übermittlung soll nicht nur die Patientensicherheit erhöhen, sondern auch die Abläufe vereinfachen und Rückfragen beim Arzt erübrigen.

Einführung im Juni 2014

Die Eckpfeiler zur Realisierung der eRezeptierung im Aargau sind definiert. Nun sollen in einem weiteren Schritt die operativen und technischen Grundlagen konkretisiert werden. Vorgesehen ist, ab Mitte Juni 2014 mit einer ersten auf zwei Jahre angelegten Phase zu starten.

Das eRezept ist ein erster Schritt in Richtung eines elektronischen Medikationsdossiers. Ein solches besteht in vielen Apotheken, wird aber wenig genutzt. Es fehlt an der Vernetzung. Dabei würde ein derartiges Medikationsdossier, zum Beispiel bei Spitaleintritt oder im Notfall, wertvolle Informationen über die aktuelle Medikation liefern: Welche Mittel nimmt der Patient oder die Patientin ein, bestehen Allergien, die berücksichtigt werden müssen? Auch andere Hinweise könnten wichtig sein.

Ärzte und Apotheker im Aargau sind überzeugt, mit dem eRezept gemeinsam zum Wohl der Patienten beizutragen.

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