Neuverpachtung
Aargau will 30 Jagdreviere streichen – Wild und Siedlungen brauchen mehr Platz

Die Jagdreviere im Kanton Aargau werden neu organisiert. 30 Jagdreviere sollen gestrichen werden. Für einen Drittel sind grössere Veränderungen vorgesehen. Der Platzbedarf des Wildes, der Siedlungen und das Freizeitverhalten der Menschen sind Gründe für die Neuverpachtung.

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Jäger im Aargau müssen sich neu ausrichten.

Jäger im Aargau müssen sich neu ausrichten.

KEYSTONE

Aktuell bereitet die Abteilung Wald des Departments Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) die Neuverpachtung der Jagdreviere für die Pachtperiode 2019 bis 2026 vor. In diesem Rahmen sollen die Grenzen der Jagdreviere überprüft werden, die vom Regierungsrat festgelegt werden. Für die Einteilung der Reviere seien insbesondere jagdliche und wildbiologische Kriterien zu berücksichtigen. Dies teilt der Kanton in einer Medienmitteilung vom Montagmorgen mit.

Die Überprüfung der Reviergrenzen erfolge mit dem Ziel, die Jagdreviere beziehungsweise die Jägerinnen und Jäger in den Revieren auf die erwartete Entwicklung in den nächsten elf Jahren vorzubereiten, heisst es in der Mitteilung.

Die Gründe für Neuaufteilung der Jagdreviere:

  • die weitere Ausbreitung verschiedener Wildtiere; unter anderem Schwarzwild, Rotwild, Gamswild und Grossraubtiere.
  • die fortlaufende Urbanisierung des Kantons
  • die zunehmende Freizeitnutzung mit entsprechenden Herausforderungen.

In Absprache mit der kantonalen Jagdkommission – bestehend aus Vertretern der Jagd, der Wald- und Landwirtschaft, der Gemeinden sowie des Natur- und Tierschutzes – hat das BVU folgende Kriterien für die Überprüfung der Jagdreviere angewandt:

  • Mindestgrösse Jagdrevier: 200 Hektaren bejagbare Re-vierfläche
  • Reviergrenzen: im Gelände nachvollziehbare, sichtbare Grenzen (zum Beispiel Strassen, Gewässer, Bergkämme)
  • Bejagbarkeit von Waldflächen und Waldrändern
  • Lebensraumnutzung der Wildtiere
  • einheitliche Handhabung der Schutzgebiete (national, kantonal, kommunal).

Grosse Veränderungen in einem Drittel der Jagdreviere

Die Anhörungsvorlage sieht für den Kanton Aargau neu 170 Jagdreviere und zwei Schonreviere (Klingnauer Stausee, Flachsee) vor. Das sind 30 Jagdreviere weniger als bisher.

Von den gut 200 aktuellen Jagdrevieren soll es in einem Drittel «grosse Veränderungen» geben, so der Kanton. Das wären etwa Zusammenschlüsse von Revieren oder grossflächige Arrondierungen von Waldstücken.

In einem weiteren Drittel der Reviere sind «kleinere Veränderungen» vorgesehen; zum Beispiel die Verlegung einer Reviergrenze von der Gemeindegrenze auf eine Strasse oder die Arrondierung eines kleineren Waldstücks. In einem Drittel der Jagdreviere gibt es keine Veränderungen.

Die Anhörung bei den Jagdgesellschaften und Gemeinden ist in diesen Tagen gestartet und dauert bis Ende April 2016. Der Regierungsrat wird anschliessend die Reviergrenzen für die nächste Pachtperiode definitiv festlegen. (az)

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