Die Kantone Aargau und Solothurn wollen in den Gemeinden sogenannte Notfalltreffpunkte für den Krisenfall einrichten. Diese Punkte sollen bei ausserordentlichen Ereignissen als Anlaufstelle für die Einwohner und Drehpunkte für Informationen sein.

Im Ereignisfall sei es möglich, dass die elektronische Kommunikationsinfrastruktur wie Festnetztelefon, Mobilnetz, Internet, Radio- und TV-Sender ausfallen würden, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Mittwoch mit.

Daher hätten die Kantone Aargau und Solothurn zusammen mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz ein Konzept für Evakuation und Notkommunikation in ausserordentlichen Ereignissen erarbeitet.

Bei einer grossflächigen Evakuierung sei geplant, die Notfalltreffpunkte als Besammlungsort für den Bevölkerungsteil zu nutzen, der sich nicht eigenständig in Sicherheit bringen könne. Die insgesamt rund 300 Notfalltreffpunkte seien flächendeckend in allen Gemeinden verteilt und sollten für alle Einwohnerinnen und Einwohner in Gehdistanz erreichbar sein.

Treffpunkte schnell funktionsfähig

Die Notfalltreffpunkte sind gemäss Konzept der Kantone innerhalb einer Stunde funktionsfähig und so ausgerüstet, dass der Betrieb durch die örtliche Zivilschutzorganisation über mehrere Tage rund um die Uhr aufrechterhalten werden kann. Als mögliche Krisenfälle werden ein Staudammbruch, ein AKW-Unfall oder ein grossflächiger Stromausfall genannt.

Im Kanton Aargau meldeten die Regionalen Führungsorgane (RFO) in jeder Gemeinde einen oder mehrere Notfalltreffpunkte an die kantonale Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz. Als Notfalltreffpunkte seien der Bevölkerung bekannte und markante Infrastrukturen der Gemeinde oder von Privaten gewählt worden.

Die ausgewählten Gebäude sollen mit einer prägnanten Signaltafel mit dem Logo des Notfalltreffpunkts markiert werden. Die Standorte, Informationsbroschüren und Konzepte liegen derzeit den Gemeinden zur Stellungnahme vor. Die Einrichtung und Kennzeichnung der Treffpunkte ist im Frühjahr 2019 geplant. Alle Haushalte sollen dann eine Informationsbroschüre erhalten.