Veranstaltungsreihe
Aargau und Österreich gedenken der gemeinsamen Geschichte

Der Kanton und die Republik teilen eine lange Geschichte. Nun spannt der Aargauer Regierungsrat mit der österreichischen Botschaft zusammen: Sie wollen die gemeinsame Geschichte hervorheben – für mehrere zehntausend Franken.

David Egger
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Ein geschichtsträchtiger Ort: Schloss Habsburg.

Ein geschichtsträchtiger Ort: Schloss Habsburg.

Ob die Habsburger-Familie oder die Sprache: Den Aargau und Österreich verbindet vieles. 1814, nach der Niederlage Napoleons, kam der Wiener Kongress zustande. Die Siegermächte - darunter Österreich - sicherten das Weiterbestehen des 1803 entstandenen Kanton Aargaus. Hundert Jahre später ging die Habsburgermonarchie zugrunde und Österreich unternahm seine ersten Schritte in die Demokratie.

200 Jahre seit dem Wiener Kongress

Nun sind 200 Jahre vergangen seit dem Wiener Kongress. An fünf historischen und kulturellen Veranstaltungen wollen der Kanton, die österreichische Botschaft und das österreichische Kulturforum der gemeinsamen Geschichte gedenken. Die öffentlichen Anlässe finden alle im Aargau statt.

Wie war der Umgang mit Minderheiten?

Im Juni beleuchten Experten aus beiden Ländern in Windisch die militärische Geschichte. Zudem wird das Theater «Spiel im Morgengrauen» des 1862 geborenen österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler aufgeführt.

In der Synagoge Endingen ist im August der Umgang mit Minderheiten das Thema. Der Schauspieler Walter Küng bietet dann einen literarischen Spaziergang zum Roman «Melnitz» von Charles Lewinsky.

Veranstaltungen in den Aargauer Schlössern

Weitere Veranstaltungen von August bis Oktober sind der «Habsburger Familiensonntag» auf dem Schloss Habsburg und der «Frauenabend» im Schloss Hallwyl. Unter dem Titel «demokratiepolitische Meilensteine» werden Wissenschaftler über die Staatsentwicklung im Aargau und in Österreich diskutieren - im Schloss Lenzburg.

Am 27. Mai ist in der österreichischen Residenz in Bern der Auftakt der Veranstaltungsreihe, deren offizieller Name «Aargau/Österreich 1814-2014» lautet.

Jeder Anlass kostet 10 000 Franken

Durchschnittlich kostet jeder der öffentlichen Anlässe 10 000 Franken, sagt Staatsschreiber Peter Grünenfelder auf Anfrage der az. Den grösseren Teil der Kosten zahlt der Kanton Aargau aus dem Swisslosfonds, während die Österreicher die Kosten des Auftaktanlasses und die Spesen für die Anreise österreichischer Gäste und Referenten übernehmen.

Ehemaliger EU-Kommissar nimmt an der Feier teil

Am Auftaktanlass und an den weiteren fünf Veranstaltungen werden namhafte Gäste erwartet: zum Beispiel die ehemalige österreichische Aussenministerin Ursula Plassnik, die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer, der Aargauer Landammann Roland Brogli oder der ehemalige österreichische EU-Kommissar Franz Fischler.

Wieso kein Anlass im Kloster Muri?

Die Organisatoren hätten die Veranstaltungsorte passend zu den Themen ausgewählt, sagt Grünenfelder weiter. Im Habsburger Kloster in Muri werden die Herzen des letzten österreichischen Kaisers und der letzten Kaiserin aufbewahrt. Wieso gibt es dort keine Veranstaltung? «Als Habsburger Kloster hätte sich das Kloster Muri definitiv auch als Standort geeignet.

Den Aargauer Ursprüngen der Habsburger wird jedoch schwergewichtig nur am Habsburger Familiensonntag gedacht, wo die Habsburg als Namensgeberin der Habsburger im Vordergrund stand», erklärt Grünenfelder.