Veranstaltungsreihe
Aargau und Österreich feiern die gemeinsame Vergangenheit

Auftaktanlass zum Jubiläumsjahr in der österreichischen Botschaft in Bern: 200 Jahre nach dem Wiener Kongress gedenken der Aargau, die österreichische Botschaft sowie das österreichische Kulturforum der gemeinsamen Geschichte.

Fabian Hägler
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Der österreichische Botschafter Jürgen Meindl (links) und Landammann Roland Brogli freuen sich über die guten Beziehungen.

Der österreichische Botschafter Jürgen Meindl (links) und Landammann Roland Brogli freuen sich über die guten Beziehungen.

Fabian Hägler

Unter dem Titel «Aargau/Österreich 1814-2014» werden in den nächsten Monaten fünf historische und kulturelle Veranstaltungen im Aargau durchgeführt. Diese sind öffentlich, der Auftaktanlass zur Veranstaltungsreihe fand gestern Dienstagabend hingegen für geladene Gäste in der österreichischen Residenz in Bern statt.

Jürgen Meindl, der österreichische Botschafter in der Schweiz, bezeichnete 2014 als geschichtsträchtiges Jahr für sein Land und den Österreicher-Kanton Aargau. «Wir blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück, möchten aber auch künftige Projekte zusammen realisieren», sagte Meindl. Er erinnerte nicht nur an den Wiener Kongress, bei dem im Dezember 1814 der Fortbestand des erst wenige Jahre zuvor gegründeten Aargaus bestätigt wurde.

Botschafter Meindl erwähnte auch den Beginn des 1. Weltkriegs im Jahr 1914, der das Ende der habsburgischen Monarchie brachte. «Damals wurde zerstört, was rund 800 Jahre früher im Aargau seinen Anfang genommen hat», blickte er zurück. In einem Jubiläumsjahr gehe es aber nicht nur darum, Gedenkanlässe abzuhalten und Kränze niederzulegen, sondern das Bewusstsein zu wecken, dass Frieden und Freiheit auch heute in Europa nicht selbstverständlich seien.

Zur Verfügung gestellt

Aargauer kämpften für Habsburg

Der Aargauer Landammann Roland Brogli freut sich mit «Österreich-Aargau 1814-2014» auf ein spannendes kulturhistorisches Projekt. «Meine Heimat, das Fricktal, hat lange zum habsburgischen Gebiet gehört, und noch heute hängt im Bezirksgericht Laufenburg ein Gemälde von Kaiserin Maria Theresia», sagte Brogli. Der Aargau dürfe stolz sein auf seine gemeinsame Vergangenheit mit den Habsburgern, meinte der Regierungsrat. «Immerhin sind dies die Stammlande der einst mächtigsten Dynastie Europas», erinnerte er

Noch bei der Schlacht von Sempach im Jahr 1386 hätten Truppen aus dem Aargau auf der Seite der Habsburger gegen die Eidgenossen gekämpft. «Und unser Kanton hat sich selbstbewusst mit dem Verhältnis zu den Habsburgern auseinandergesetzt, die anderswo in der Geschichtsschreibung eher als Gegner und Unterdrücker bezeichnet wurden», betonte Brogli. Und er wies darauf hin, dass die Habsburger mit dem Entscheid, den selbständigen Aargau 1814 zu unterstützen, den Kanton 1vor einem Dasein unter bernischer Herrschaft bewahrt hätten.

Nach den zwei Ansprachen genossen die Gäste im prachtvollen Botschaftsgebäude, unter denen auch Ständerätin Christine Egerszegi war, ein Lesekonzert. Die Violonistin Elena Denisova und der Pianist Alexej Kornienko spielten Walzer und weitere Stücke aus der Zeit um 1814 und 1914, während Schauspielerin Henriette Cejpek kurze Texte von Georg Trakl, Robert Musil und Bertha von Suttner las. Beim folgenden Dinner-Buffet wurde bei angeregten Gesprächen auf die aargauisch-österreichische Freundschaft angestossen.