Aargau
Schnelltests im Oldtimer-Bus: Feldschlösschen testet auch ohne Kanton weiter

Ab Montag finden in Schulen und Firmen keine regelmässigen Tests mehr statt. Zuletzt haben gut 700 Firmen ihren Mitarbeitenden wöchentliche Spucktests angeboten. Die Aargauische Industrie- und Handelskammer zeigt Verständnis für den Entscheid der Regierung, bedauert ihn aber. Feldschlösschen testet nun auf eigene Faust.

Noemi Lea Landolt
Drucken

Die Laborkapazitäten sind wegen der rekordhohen Fallzahlen knapp. Darum hat der Regierungsrat entschieden, das Angebot einzustellen und den Fokus neu auf Gesundheits- und Betreuungsinstitutionen zu legen.

Zuletzt waren laut Gesundheitsdepartement gut 700 Betriebe für das repetitive Testen registriert. Wie viele Mitarbeitenden sich regelmässig testen liessen, sagt Mediensprecher Michel Hassler nicht. Die Zahl schwanke von Woche zu Woche, deshalb gebe es keine verlässlichen Angaben.

Die betroffenen Betriebe wurden letzte Woche direkt und vor der Öffentlichkeit informiert. Man sei im ständigen Austausch mit ihnen. Zur Frage, ob es für Firmen Alternative zum regelmässigen Testen gebe, sagt Hassler, das müsse im Einzelfall abgeklärt werden, die Laborkapazitäten seien aber schweizweit knapp.

Industrie- und Handelskammer hofft, dass Testen wieder möglich wird

Die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK) hat sich sehr dafür eingesetzt, dass Unternehmen am repetitiven Testen teilnehmen. «Insofern bedauern wir, dass die Pooltests in Betrieben bis auf Weiteres nicht mehr möglich sind», sagt AIHK-Direktor Beat Bechtold.

Aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen und der knappen Laborkapazitäten sei es aber nachvollziehbar, dass der Kanton eine Priorisierung vornehmen müsse. «Wir gehen davon aus, dass das repetitive Testen in Betrieben wieder möglich wird, sobald es die Laborkapazitäten wieder zulassen», so Bechtold.

In diesem Bus können sich Feldschlösschen-Mitarbeitende testen lassen.

In diesem Bus können sich Feldschlösschen-Mitarbeitende testen lassen.

zvg

Verständnis für den Entscheid, beim repetitiven Testen zu priorisieren, hat auch Feldschlösschen. Das Unternehmen hat seit Frühling am Testprogramm des Kantons teilgenommen. «Wir haben immer wieder Fälle gefunden und so interne Ansteckungen vermeiden können», sagt Mediensprecherin Gaby Gerber.

Feldschlösschen bietet den Mitarbeitenden weiterhin regelmässige Tests an – auch ohne kantonales Testprogramm. «Wir halten sie für einen wichtigen Pfeiler im Kampf gegen Corona», sagt Gerber. Ab heute Montag steht in Rheinfelden – wie bereits im Frühling 2021 – wieder ein Testbus. Anstatt Spucktests werden Schnelltests gemacht. Man prüfe aber Möglichkeiten, wieder auf die genaueren PCR-Spucktests umzusteigen, so Gerber.

Aktuelle Nachrichten