Gesetzesänderung
Aargau prüft Asylzentrum für minderjährige Flüchtlinge

Für junge Asylsuchende gibt es keine speziellen Unterkünfte. Heute leben Jugendliche in Männerunterkünften – nun reagiert der Kanton mit Sofortmassnahmen.

Fabian Hägler
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Für die Jugendlichen gibt es im Asylzentrum kaum Beschäftigungsmöglichkeiten, deshalb hängen sie oft vor der Unterkunft herum.
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Das Erstaufnahmezentrum Casa Torfeld in Buchs, wo auch jugendliche Flüchtlinge untergebracht sind, wird von Securitas-Angestellten überwacht.
Unbegleitete jugendliche Asylbewerber im Kanton Aargau
Ein junger Asylbewerber sagt im Beitrag des welschen Fernsehens, er bekomme nicht genug Geld, um sich feste Schuhe zu kaufen.
Das Erstaufnahmezentrum Casa Torfeld in Buchs.

Für die Jugendlichen gibt es im Asylzentrum kaum Beschäftigungsmöglichkeiten, deshalb hängen sie oft vor der Unterkunft herum.

Screenshot RTS

Eigentlich ist die Casa Torfeld in Buchs ein Erstaufnahmezentrum. Dort werden Asylbewerber untergebracht, bis ein Platz in einer Unterkunft im Kanton gefunden ist. In der Casa Torfeld leben aber auch unbegleitete minderjährige Asylbewerber, also Kinder und Jugendliche, die ohne Familie auf der Flucht sind.

Dies bestätigt Balz Bruder, persönlicher Mitarbeiter der grünen Sozialdirektorin Susanne Hochuli, nach einem Beitrag des Westschweizer Fernsehens. «Derzeit leben rund 80 minderjährige Flüchtlinge im Aargau – einige in Buchs und anderen Asylzentren, rund ein Drittel extern bei einem Drittanbieter, bei Verwandten oder in Pflegefamilien.»

Nun schlägt die Regierung vor, dass minderjährige Flüchtlinge, die nicht in Pflegefamilien oder bei Verwandten platziert sind, «in einer auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Einrichtung untergebracht und von Fachleuten betreut werden». Über die nötige Gesetzesänderung muss der Grosse Rat entscheiden.

Zudem ergreift der Kanton Sofortmassnahmen, die ohne Parlamentsbeschluss realisiert werden können: Geplant sind Verbesserungen bei der Unterbringung der jungen Asylbewerber in möglichst konfliktfreien Umfeldern, mehr Plätze bei externen Anbietern von geeigneten Wohnformen und eine bessere Betreuung. Konkret sollen Fachpersonen vermehrt auf die Flüchtlinge zugehen, die bisher oft keine direkten Ansprechpersonen gehabt hätten, sagt Bruder.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema hier.

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