Schule

Aargau lehnt umfassende Kontrollen ab – beim Homeschooling sind die Regeln lockerer

2015 forderte Marianne Binder, hier am Parteitag der CVP 2018, umfassendere Kontrollen beim Homeschooling.

2015 forderte Marianne Binder, hier am Parteitag der CVP 2018, umfassendere Kontrollen beim Homeschooling.

Öffentliche und private Schulen stehen unter strenger Aufsicht des Kantons. Beim Homeschooling hingegen ist man wesentlich lockerer. Der Grosse Rat und Regierungsrat lehnen umfassendere Kontrollen ab.

Im Kanton Aargau gibt es 28 bewilligte Privatkindergärten und -schulen (Stand 1. August 2018). Diese stehen unter der Aufsicht des Kantons. Privatkindergärten und Privatschulen dürfen sich in der pädagogischen Orientierung und in ihrem Wesen von der öffentlichen Schule unterscheiden.

Politische und konfessionelle Neutralität braucht es also nicht, weltanschauliche und religiöse Ansichten werden von den Schulen aber offengelegt. Laut Verordnung über die Volksschule müssen Bildungsziele, Lehrplan sowie Qualifikation der Lehrer der öffentlichen Schule entsprechen.

Auch der Unterricht zu Hause ist im Aargau möglich. Dieser steht ebenfalls unter staatlicher Aufsicht, die Anforderungen sind aber anders als bei Privatschulen. Eine pädagogische Ausbildung braucht es nicht, es reicht, wenn für den Unterricht auf Primarschulstufe die unterrichtende Person einen Abschluss der Sekundarstufe II hat.

Tieferes Qualitätsmanagement beim Homeschooling

Für die Oberstufe sind laut Verordnung über die Volksschule «ausreichende Fähigkeiten für das Erteilen der obligatorischen Fächer» auszuweisen. Grundsätzlich haben zu Hause unterrichtete Kinder die gleichen Lernziele wie jene, die zur Schule gehen.

Im Gegensatz zu öffentlichen und privaten Schulen sei das Qualitätsmanagement beim Homeschooling aber ungleich tiefer, es brauche umfassendere Kontrollen, forderte CVP-Grossrätin Marianne Binder 2015.

Der Grosse Rat und Regierungsrat lehnten das jedoch ab, im Vergleich zum Aufwand sei der Nutzen zu gering, so die Begründung des Regierungsrats. Eltern müssen auch nicht erläutern, warum sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Von Experten werden als häufigste Gründe weltanschauliche Motive genannt. Vermehrt wollen mit Homeschooling Eltern ihren Kindern aber auch individuelles Lernen mit wenig Druck ermöglichen.

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