Erneuerbare Energie

Aargau ist ein hartes Pflaster für die Windenergie

Grundsätzlich ist der Aargau kein bevorzugtes Windenergiegebiet. Dennoch hat der Grosse Rat im Richtplan fünf mögliche Standorte ausgewiesen.

Grundsätzlich ist der Aargau kein bevorzugtes Windenergiegebiet. Dennoch hat der Grosse Rat im Richtplan fünf mögliche Standorte ausgewiesen.

Die Windenergie hat hohe Sympathiewerte. Dennoch haben es konkrete Projekte sehr schwer.

2016 ergab eine Energie-Nationalfonds-Umfrage im Aargau gute Werte für «Erneuerbare»: Fast 90 Prozent stehen demnach hinter der Solarenergie, gefolgt mit fast 80 Prozent von der Grosswasserkraft. Deutlich weniger, aber doch 60 Prozent der Befragten sehen im Kanton auch für die Windenergie eine Zukunft.

Trotzdem stossen konkrete Projekte auf starken Widerstand. Hauptgründe sind Angst vor Landschaftsbeeinträchtigung, Lärm, Schattenwurf, Tierschutz (Vögel, Fledermäuse). So kam ein Projekt auf dem Heitersberg nicht zustande. 2013/14 sammelte ein Komitee gar Unterschriften für ein faktisches Verbot der Windenergienutzung im Aargau.

Weil die Unterschriften vor der Einreichung laut den Initianten gestohlen wurden, kam dieses Volksbegehren nicht zustande. Eine kurz darauf angekündigte neue Initiative wurde bisher nicht gestartet.

Weit weg vom Potenzial

Grundsätzlich ist der Aargau kein bevorzugtes Windenergiegebiet. Dennoch hat der Grosse Rat im Richtplan fünf mögliche Standorte ausgewiesen. Das Potenzial wird an diesen Standorten gesamthaft auf jährlich rund 50 Millionen kWh geschätzt. Rein rechnerisch und ohne Berücksichtigung der natürlichen Produktionsschwankungen könnten damit rund 12'500 VierPersonen-Haushalte versorgt werden.

Allerdings dreht noch an keinem dieser Standorte auch nur ein Windrad. Gesamtschweizerisch liefert die Windenergie rund 0,15 Prozent des Stromverbrauchs. Ein Fünfzigstel dessen, was sich der Bundesrat erhofft.

Burg und Lindenberg im Fokus

Im Vordergrund der Diskussion stehen im Aargau etwa die Windpark Burg AG im Grenzgebiet Aargau/Solothurn, die Windpark Lindenberg AG im Grenzgebiet Aargau/Luzern, oder uf em Chalt (Staffelbach). Das Projektgebiet für den Windpark Burg liegt auf einer Jurahöhe. Vier Windräder sind in Kienberg SO geplant, ein fünftes auf der Burgmatte auf dem Gebiet von Oberhof AG.

Der gesamte jährliche Energieertrag wird – falls es dazu kommt – auf 21 Millionen kWh geschätzt. Damit könnten laut Initianten rund 4700 Haushalte von je vier Personen oder eine Stadt wie Aarau mit Strom versorgt werden.

Das Projekt auf dem Lindenberg betrifft Beinwil/Freiamt AG, Hitzkirch LU und Hohenrain LU. Jede der Anlagen soll 7 Millionen kWh liefern. Hier wie andernorts zeigt die Bevölkerung an Infoanlässen enormes Interesse, es gibt auch viele kritische Einwendungen. Eine Gruppierung setzt sich aktiv für die Nichtrealisierung ein.

Eine Projektgruppe befasst sich derzeit ganz konkret mit Befürchtungen zum Grundwasser, zur Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen, zu Schattenwurf und Schall, Naherholung, Auswirkungen auf Wald und Jagd und weiteres mehr.

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