Corona-Virus

Elf Infizierte zu Hause, eine Person geheilt ++ Schulen schliessen zu gefährlich ++ Quarantäne-Pflicht aufgehoben

PK_Corona_06

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Der Kanton hat am Freitagnachmittag über die Corona-Situation im Aargau informiert. Im Zentrum: Ein Strategiewechsel bei der Behandlung von Fällen und der Bildungssektor.

Der Kanton hat am Freitag per sofort die Quarantäne-Pflicht für Personen aufgehoben, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. Auch Corona-Patienten selber müssen bei gutem Verlauf nicht mehr im Spital isoliert werden, sondern zu Hause. Der Entscheid überraschte. Denn bis anhin standen über 160 Aargauer aus dem Umfeld der mit dem Virus infizierten Personen (Stand Freitag deren 12) unter Quarantäne. Auf Anfrage begründet Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati seinen Entscheid, die Quarantäne-Pflicht aufzuheben, so: «Ich wollte Klarheit schaffen und ein Wirrwarr verhindern.»

Für erneute Verunsicherung in den Kantonen sorgt die Ankündigung des Bundesamtes für Gesundheit, auf Anfang nächste Woche wieder neue Empfehlungen für die Betreuung von angesteckten und mit ihnen in Kontakt gekommenen Personen zu veröffentlichen.

12 Personen infiziert

Vom Donnerstag auf Freitag sind drei Neuansteckungen bekannt gegeben worden. Bei diesen handelt es sich um Personen im Alter zwischen 24 und 57 Jahren. Bei allen Neuinfizierten ist die Infektionskette klar: Zwei von ihnen haben sich im Umfeld einer im Aargau lebenden Person infiziert, eine Person hat sich bei einer Reise in ein Risikogebiet angesteckt. Eine Person gilt als geheilt und wurde aus dem Spital nach Hause entlassen. Auch die weiteren 11 Infizierten befinden sich zu Hause in Isolation. Das teilte die Kantonsärztin Yvonne Hummel beim täglichen Point de Presse am Nachmittag mit. Der Kanton rechnet mit einem weiteren Anstieg der Fälle. 

Hier können sie die Medienkonferenz des Kanton Aargau nachschauen:

Es gelte, die Ressourcen dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden: bei zukünftigen schweren Fällen. Die Kantonsärztin appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen: Wer Husten und Fieber hat, bleibt zu Hause. Einen Arzt gelte es erst zu kontaktieren, wenn gravierende Symptome auftreten. Enge Kontaktpersonen von Infizierten, sprich Ehepartner oder Kinder, sollen über fünf Tage zu Hause bleiben.

Eine Schliessung von Schulen ist weiterhin nicht vorgesehen. Damit folgt der Kanton den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit. Laut Dieter Wicki, Chef des Bevölkerungsschutzes, komme eine Schliessung der Schulen im Aargau erst in Frage, wenn in einer oder mehreren Regionen des Kantons eine starke Häufung von Ansteckungsfällen auftreten würde.

Was der Strategiewechsel über die Quarantäne nun für betroffene Schüler von Zeinigen und Spreitenbach bedeutet und ob Letztere am Montag wieder in den Kindergarten dürfen, werde noch abgeklärt. (tel)

Alles zur Medienkonferenz in unserem Ticker:

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