Aargau
Harsche Kritik am Grossen Rat nach Ablehnung des Postulats für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen

An seiner Sitzung am Dienstag lehnte der Grosse Rat ein Postulat ab. Darin wurde eine Verbesserung der Bedingungen des Personals im Gesundheitswesen gefordert. Die Kritik des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) liess nicht lange auf sich warten.

Raphael Karpf
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Der Aargauer Grosse Rat möchte die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals nicht verbessern.

Der Aargauer Grosse Rat möchte die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals nicht verbessern.

Nicole Nars-Zimmer

Die SP-Fraktion hatte einen kantonalen Gesamtarbeitsvertrag gefordert, um die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals zu verbessern. Einen solchen lehnte die Regierung zwar ab, sie wäre aber durchaus bereit gewesen, das Ziel mit anderen Mitteln anzugehen.

Etwa sollte die Vergabe von Leistungsaufträgen davon abhängig gemacht werden, ob ein Gesamtarbeitsvertrag existiert oder nicht. Oder aber es sollte zumindest von den Gesundheitsinstitutionen verlangt werden, dass sie diejenigen Arbeitsbedingungen bieten müssen, die einem Gesamtarbeitsvertrag entsprechen, wenn sie auch nicht gleich ein Gesamtarbeitsvertrag unterzeichnen müssen.

Doch nicht einmal das muss die Regierung nun tun. Denn der Grosse Rat lehnte das Postulat an seiner Sitzung vom Dienstag ab.

Die Kritik folgte auf dem Fuss, und zwar vom Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD):

«Das kantonale Parlament will also die angespannte Personalsituation im Gesundheitswesen im Aargau nicht verbessern.»

Der Verband warnt: Aufgrund der schlechten Bedingungen würden innerhalb der ersten fünf Jahren 20 Prozent des Gesundheitspersonals ihren Beruf verlassen. Ausserdem seien in vielen Nachbarskantonen die Arbeitsbedingungen besser, auch dorthin würde man Fachkräfte verlieren.

Der ideologisch begründete Entscheid des Grossen Rates würde den Fachkräftemangel im Kanton nur noch verschärfen, so der VPOD.