Täglich pendeln rund 60'000 Aargauer nach Zürich – das sagte Regierungsrat und Verkehrsdirektor Stephan Attiger vor einem Jahr, als er für die Annahme der Fabi-Vorlage warb. In den nächsten Jahren dürfte diese Zahl aufgrund des Bevölkerungswachstums und der wachsenden Mobilität noch zunehmen. Dies bringt Probleme mit sich: Schon heute sind Sitzplätze auf einigen Strecken rar, künftig dürfte es «auf zentrumsnahen Abschnitten sogar zu wenige Stehplätze geben», heisst es in einem Bericht der Planungsregion Nordwestschweiz, zu der auch der Aargau gehört. Dies gilt für die Strecken Zofingen-Olten und Gränichen-Aarau-Oberentfelden.

Bahn soll Strasse entlasten

«Wir können die zunehmende Mobilität nur bewältigen, wenn wir das Bahnangebot entsprechend ausbauen», sagt Hans Ruedi Rihs, Leiter öffentlicher Verkehr beim Kanton. «Mit der aktuellen Eingabe ans Bundesamt für Verkehr legt der Aargau dar, welche Kapazitäten dafür nötig sind.» Weil die Strassen zunehmend überlastet sind, verstärkt sich der Druck auf den Ausbau der Bahnkapazität zusätzlich.

Eine Liste im Bericht der Planungsregion zeigt die Ausgangslage. Auf diversen Strecken im Aargau (siehe Tabelle) wird der Grenzwert von 8000 Passagieren, der für einen Viertelstundentakt nötig ist, im Jahr 2030 überschritten. Die zentrale Forderung des Kantons ist ein Viertelstundentakt zwischen Aarau und Zürich. Dies soll mit einem Ausbau der S-Bahn Aargau und einer Taktverdichtung erreicht werden. So sollen ab 2030 auf dieser Strecke jede halbe Stunde ein Schnellzug und ein Regionalzug verkehren. Mit dieser Überlagerung von zwei Halbstundentakten lässt sich ein viertelstündliches Angebot erreichen.

Bis 2030 soll es auf diesen Strecken einen Viertelstundentakt geben.

Bis 2030 soll es auf diesen Strecken einen Viertelstundentakt geben.

Parlament entscheidet 2018

Wie viele Ausbauwünsche aus dem Aargau letztlich berücksichtigt werden, ist heute noch offen. «Die Vorschläge der Kantone für den Regionalverkehr werden beim Bundesamt für Verkehr mit den Bedürfnissen des Fern- und Güterverkehrs abgeglichen», erläutert Hans-Ruedi Rihs. Dabei werde sich zeigen, welche Ausbauten - mehr Gleise auf gewissen Strecken, neue Tunnels, erweiterte Bahnhöfe usw. - dafür nötig sind und wo die Prioritäten liegen.

Weil solche Infrastrukturbauten aufwändig sind und lange dauern, soll das Parlament bereits 2018 über eine entsprechende Vorlage entscheiden. Für den Aargau entstehen bei zusätzlichen Bahnausbauten keine weiteren Kosten, gemäss der Fabi-Vorlage werden diese aus dem neuen Bahninfrastrukturfonds des Bundes finanziert.