Obwohl alle bisherigen Grossrats-Kandidaten wieder antreten, ist die Ausgangslage äusserst spannend. Viel wird davon abhängen, wie die kleinen Parteien abschneiden. Insbesondere der EDU-Mann Martin Lerch (64, Rothrist), der 2012 die Wahl nur mit extrem viel Glück schaffte. Alles andere als sicher ist auch die Wiederwahl von Roland Basler (47, Kölliken). Er ist Präsident der BDP Aargau. Seine Partei ist im Bezirk Zofingen so schwach, dass sie nur zwei Kandidaten auf der Liste hat.

FDP hofft auf dritten Sitz

Die Freisinnigen haben bereits 2012 zwei Prozent Stimmen dazu gewonnen. Damals reichte es allerdings nicht für einen zusätzlichen Sitz. Den hoffen sie am 23. Oktober zu machen. Vor diesem Hintergrund ist die erneute Kandidatur von Herbert H. Scholl (Zofingen) zu verstehen. Der 68-Jährige gehört dem Grossen Rat schon seit 35 Jahren an. Dritter FDP-Mann dürfte der ehemalige Oftringer Gemeindeammann Martin Bhend (48) werden. Er wechselte 2011 von der EVP zu den Freisinnigen. Für die EVP war er bereits Grossrat. 2012 wurde er erster Ersatz.

Ob die Sozialdemokraten den vor vier Jahren verlorenen Sitz wieder bekommen, ist eher fraglich. In der besten Ausgangslage wäre Rolf Walser (48, Gemeinderat in Aarburg).

Brisant ist die Situation bei der SVP, die bisher 5 der 15 Zofinger Grossräte stellte. Christian Glur (41, Glashütten), Benjamin Giezendanner (34, Rothrist) und Regina Wälchli (60, Reitnau) dürften ungefährdet sein. Etwas anders sieht es für Hans Pauli (68, Oftringen) und Markus Gabriel (51), den Gemeindeammann von Uerkheim, aus. Letzterer ist erst Ende 2015 für den in den Nationalrat gewählten Thomas Burgherr in den Grossen Rat nachgerutscht.

Blitzkarriere in Aarburg

Wie im Bezirk Kulm haben auch die Zofinger SVP-Mannen eine engagierte Frau im Nacken: Martina Bircher (32, Aarburg) ist aber anders als Karin Bertschi (26, Leimbach) nicht unmittelbar hinter den Bisherigen aufgeführt, sondern erst auf dem neunten Listenplatz.

Rund zwei Drittel aller Steuereinnahmen von Aarburg fliessen gleich wieder in die soziale Wohlfahrt. SVP-Gemeinderätin Martina Bircher erläutert, wo ihrer Meinung nach das Problem liegt und was die Gemeinde diesbezüglich unternimmt.

(November 2015)

Martina Bircher hat als Sozialvorsteherin schnell nationale Bekanntheit erreicht. Sie war schon im SRF-«Club» und eine der Hauptfiguren eines «Dok». Bircher hat einen interessanten Werdegang – nicht nur, weil sie bereits ein Jahr nach dem Zuzug in Aarburg den Sprung in den Gemeinderat schaffte. Sie ging ursprünglich in die Realschule, schaffte den Sprung in die Bezirksschule und machte das KV bei der Alu Menziken. Heute arbeitet die FH-Betriebswirtschafterin bei der Post.

(Quelle: SRF)

Martina Bircher im November 2015 in der SRF-Sendung «Club».

Alle Kandidaten aus Zofingen im Überblick: