«Schande, Frau Hochuli, schande». Die Worte des Aarburger Protestführers Felix Grendelmeier gegenüber Tele M1 waren deutlich. Grendelmeier ärgert sich über die Ankündigung des Departements von Regierungsrätin Susanne Hochuli, in den nächsten Tagen die ersten von 90 Asylsuchenden in der Lindengutstrasse 5 + 7 unterzubringen – trotz Widerstand von Gemeinderat und Bevölkerung.

Anwohner Felix Grendelmeier fühlt sich deshalb «in die Ecke» gedrängt und kündigt einen Befreiungsschlag an: «Als Bürger gibt es nur die Flucht», sagte Grendelmeier weiter gegenüber Tele M1. «Ich werde nicht nur meine Heimat Aarburg, sondern auch den Kanton verlassen – und dem Aargau meine Steuern entziehen.

Aarburg: Asylunterkunft steht bereit.

Aarburg: Asylunterkunft steht bereit

Auf Anfrage der az bekräftigt Grendelmeier, dass er wegziehen will. «Ich habe keine andere Wahl als Aarburg zu verlassen; auch wenn ich hier mein ganzes Leben verbracht habe.» Ein konkretes Datum für den Wegzug gebe es derzeit noch nicht. 

Sein Haus will Felix Grendelmeier nach dem Wegzug nicht verkaufen. «Die Liegenschaft verliert wegen der Asylunterkunft massiv an Wert. Diesen Verlust will ich nicht hinnehmen.» Grendelmeier werde sein Haus auch nicht vermieten. «Der mögliche Mietzins ist wegen der Asylunterkunft zu tief.» Da lasse er das Haus lieber unbewohnt.

Rassismus-Vorwurf gegen Grendelmeier

Felix Grendelmeier steht zudem unter Beschuss der Jungen Grünen Aargau: Die Partei hat auf Facebook und Twitter ein Foto von Grendelmeier mit dem Titel «Sehen so Rassisten aus?» veröffentlicht. Die Jungen Grünen fordern ein Ende der «Asyl-Hetze».

Tweet Grüne

Grendelmeier kann die Aktion der Jungen Grünen nicht nachvollziehen. «Ich bin kein Rassist und habe nichts gegen Asylsuchende.» Er wehre sich jedoch dagegen, dass Aarburg mit der neuen Asylunterkunft «übermässig belastet» werde – zumal die Gemeinde bereits einen Ausländeranteil von rund 42 Prozent und viele Asylsuchende habe.