«Wir haben die Mitgliedschaft per Ende 2015 gekündigt», bestätigt Sozialvorsteherin Martina Bircher (SVP) auf Anfrage dieser Zeitung. Damit wolle die Gemeinde Aarburg in erster Linie ein Zeichen setzen. Ein Zeichen an die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos), aber auch an den Kanton sei es, so Bircher. «Der Grund für den Austritt ist, dass die Skos-Richtlinien für Aarburg nicht mehr zufriedenstellend sind. Sie fallen immer mehr zugunsten der Klienten aus.» Und die Gemeinde habe dabei das Nachsehen.

Ändern wird sich durch diesen Schritt vonseiten der Gemeinde aber im Sozialhilfewesen von Aarburg nichts. Nach kantonalem Sozial- und Präventionsgesetz sind die Gemeinden dem Kanton Aargau unterstellt und dieser ist nach wie vor Mitglied der Schweizerischen Sozialhilfekonferenz. Würde der Kanton Aargau austreten, sähe es wieder anders aus.

Skos will Richtlinien verschärfen

Die Skos ist ein Fachverband, der sich für die Ausgestaltung und Entwicklung der Sozialhilfe in der Schweiz engagiert. Die Organisation setzt sich aus Vertretern von Gemeinden, Kantonen, vom Bund sowie von privaten Organisationen des Sozialbereichs zusammen. Der Verein erarbeitet konkret Richtlinien für die Bemessung der Sozialhilfe. Diese haben empfehlenden Charakter und werden erst durch die kantonale Gesetzgebung rechtlich bindend. Alle Kantone orientieren sich aber an den Skos-Richtlinien.

Die Gemeinde Aarburg hat den Austritt aus der Skos im Rahmen einer Strategiesitzung bereits im Frühling beschlossen. «Dies ist ein Teil der Reorganisation der Sozialen Dienste», sagt Martina Bircher. Unter anderem plant die Gemeinde als weiteren Teil, ab 2016 Prepaid-Karten für Sozialhilfebezüger und insbesondere für Flüchtlinge in der Sozialhilfe einzuführen. Dafür muss aber erst die juristische Grundlage geschaffen werden.