Vermögen

950 Aargauer Steuersünder zeigen sich selbst an – und melden 200 Millionen Franken nach

Personen, welche im Ausland Vermögen besitzen, welches bei den Steuern nicht angegeben wurde – beispielsweise auf Konten oder in Form von Liegenschaften – konnten dies bis Ende September straffrei nachmelden. (Symbolbild)

Personen, welche im Ausland Vermögen besitzen, welches bei den Steuern nicht angegeben wurde – beispielsweise auf Konten oder in Form von Liegenschaften – konnten dies bis Ende September straffrei nachmelden. (Symbolbild)

Dieses Jahr gab es im Aargau 950 Selbstanzeigen – der Kanton erwartet künftig weniger.

Zwischen Januar und September haben sich dieses Jahr 950 Aargauer selbst angezeigt, um Vermögen nachzumelden. Dies berichtete gestern das SRF Regionaljournal. Personen, welche im Ausland Vermögen besitzen, welches bei den Steuern nicht angegeben wurde – beispielsweise auf Konten oder in Form von Liegenschaften – konnten dies bis Ende September straffrei nachmelden. Stellen sie sich in dieser Zeitperiode selber, fallen keine zusätzlichen Bussen an. Lediglich die Steuern sowie Verzugszinsen müssen bezahlt werden.

Beim nachgemeldeten Vermögen handelt es sich um insgesamt rund 200 Millionen Franken – das ist ähnlich viel wie im letzten Jahr, aber deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Der Grund: am 1. Januar 2017 traten die rechtlichen Grundlagen zum sogenannten automatischen Informationsaustausch (AIA) in Kraft. Bei diesem sind die teilnehmenden Staaten dazu verpflichtet, den Steuerbehörden Informationen über Konten von Schweizern im Ausland mitzuteilen. Ziel ist es, internationale Steuerhinterziehung zu verhindern. So ist es also gut möglich, dass die Selbstanzeigen in die Höhe schellten, weil die Betroffenen Angst hatten, dass ihre Daten bald an die Schweiz weitergeleitet werden könnten, und diesem Problem zuvorkommen wollten.

Obwohl der AIA bereits per Januar 2017 mit 38 Staaten in Kraft trat, werden die Daten erst seit diesem Jahr ausgetauscht. Die Schweizer Steuerbehörden erhalten also ab Herbst 2018 rückwirkend per 1. Januar 2017 die Daten aller ausländischen Bankkonten von Schweizer Kunden – versteckt werden können diese demnach nicht mehr. Frühere Steuerperioden sind vom Datenaustausch dagegen nicht betroffen. Da aufgrund des erfolgten Datenaustausches ab dem 1. Oktober 2018 keine straffreie Nachbesteuerung von ausländischen Bankkonten mehr möglich ist, liegt die Vermutung nahe, dass es ab sofort deutlich weniger Selbstanzeigen geben wird.

Dies bestätigt auch David Schenker, Leiter Nachsteuern und Bussen beim Kanton Aargau. Er ist überzeugt, dass die Zahl der Selbstanzeigen, die in den letzten zwei Jahren in die Höhe schoss, nun mit der Umsetzung des AIA wieder sinken wird. «Ich denke, dass die grosse Welle jetzt vorbei ist», meint er.

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