Im Sommer kam es zu einer Häufung von schweren Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern innert kurzer Zeit: Messerstecherei im Asylheim in Kaiseraugst, ein Asylbewerber stach in der Asylunterkunft beim Kantonsspital Baden auf einen Landsmann ein, in der Unterkunft beim Kantonsspital Aarau wurde bei einer Messerstecherei ein Mann getötet, bei einer weiteren Messerstecherei unter Asylbewerbern in Suhr einer schwer verletzt. Das liess SVP-Grossrat Daniel Wehrli aufhorchen. Man frage sich, ob von Asylbewerbern ein Sicherheitsproblem ausgeht. Darum wollte Wehrli exakt wissen, wie oft die Polizei bei Zwischenfällen mit Asylbewerbern intervenieren muss.

Die Antwort der Regierung liegt nun vor, die Zahlen sind beachtlich: In der Zeit vom 1. Januar bis 31. Oktober mussten Kantons- und Regionalpolizeien 870 Mal wegen Problemen mit Asylsuchenden ausrücken. Das sind im Durchschnitt drei Einsätze pro Tag. In den meisten Fällen (263) ging es um Gewalttätigkeiten, 166 Mal um Vermögensdelikte, 94 Mal musste die Polizei gegen Betrunkene oder anderweitig auffällige Asylsuchende einschreiten. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Oktober wurden 189 Asylsuchende festgenommen.

Die meisten Interventionen erfolgten naheliegenderweise in Gebieten mit vielen Plätzen in Asylunterkünften (zur regionalen Verteilung vgl. Tabelle). Von den 870 Einsätzen fanden 259 in Asylunterkünften selber oder in der unmittelbaren Umgebung statt. Am meisten davon in Aarau (48), gefolgt von Bremgarten (35) und Kaiseraugst (23). Von den Asylsuchenden, die die Polizei auf Trab hielten, waren 55 Jugendliche unter 18 Jahren.

Wie in der Antwort auf den Vorstoss von Grossrat Daniel Wehrli ausgeführt ist, führt die Polizei ein Monitoring über Personen im Asylbereich, um Personen frühzeitig zu erkennen, die weiderholt Anlass zu polizeilichen Interventionen geben. In problematischen Fällen prüfe der kantonale Sozialdienst die Unterbringungssituation und weise als auffällig bekannte Personen «im Rahmen der Möglichkeiten» gegebenenfalls einer geeigneteren Unterkunft zu, wie der Regierungsrat schreibt. Die Sicherheit der Aargauer Bevölkerung sei gewährleistet, Kantons- und Regionalpolizeien würden «konsequent und niederschwellig» bei allen Ereignissen intervenieren, wo die Sicherheit tangiert wird. (mou)