Eppenbergtunnel
730 Millionen für den Eppenbergtunnel: Beyeler freut sich

Der Bundesrat will den Flaschenhals zwischen Olten und Aarau eliminieren. Das Projekt Olten - Aarau kostet 734 Millionen Franken. Laut Angaben des Bundesamtes für Verkehr ist im Frühling 2013 bereits die öffentliche Auflage geplant.

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730 Millionen für den Eppenbergtunnel (Archive)

730 Millionen für den Eppenbergtunnel (Archive)

Keystone

Der Bundesrat hat im Rahmen des Projektes «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» (ZEB) die zweite Vereinbarung zwischen Bund und SBB gutgeheissen. Damit wird eine weitere Tranche von Infrastrukturmassnahmen für die Umsetzung freigegeben. Grösstes Einzelprojekt in diesem Paket ist der Eppenbergtunnel zwischen Olten und Aarau. Dieses Projekt Olten - Aarau (integrale Vierspur) kostet 734 Millionen Franken. Laut Angaben des Bundesamtes für Verkehr ist im Frühling 2013 bereits die öffentliche Auflage für das Projekt geplant. Die Ausführung soll 2015 bis 2020 erfolgen.

Viertelstrundentakt Zürich - Bern

Die Vereinbarung umfasst elf Infrastrukturmassnahmen im Umfang von insgesamt rund 800 Millionen Franken. Dabei sticht der Bau des bereits erwähnte Eppenbergtunnels heraus. Dies ermöglicht Angebotsverdichtungen im Fernverkehr. Dazu gehört zum Beispiel, zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Bern und Zürich einen dritten und vierten Zug pro Stunde verkehren zu lassen.
Die Vereinbarung erlaubt auch einen Angebotsausbau im Regionalverkehr zwischen Zofingen, Olten und Aarau.

Flaschenhals wird eliminiert

Die Strecke Olten-Aarau ist ein Flaschenhals. Denn zwischen Däniken und Wöschnau verengt sich eine der am stärksten befahrenen Bahnachsen der Schweiz von vier Spuren auf zwei. Diesen Engpass wollen Bund und SBB bis Ende 2020 mit dem Vierspurausbau Olten-Aarau beheben. Das Projekt umfasst als zentrales Element den neuen über drei Kilometer langen Eppenbergtunnel sowie umfangreiche Massnahmen zu dessen Anbindung zwischen Olten und Aarau.

Bund und SBB realisieren den Vierspurausbau Olten-Aarau im Rahmen des Grossprojektes «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» ZEB. ZEB umfasst mehr als 100 Projekte in der ganzen Schweiz. Das ZEB-Gesetz trat 2009 in Kraft. Das Parlament hat dazu einen Kredit von 5,4 Mrd. Franken aus dem FinöV-Fonds bewilligt. Davon sind 800 Mio. Franken für den Vierspurausbau Olten-Aarau (Eppenbergtunnel) vorgesehen.

Nachfolgeprojekt von bahn 2000

ZEB ist das Nachfolgeprojekt von Bahn 2000 und soll bis 2025 realisiert werden. Die Ausbauten von ZEB hängen eng mit dem Strategischen Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur (STEP) zusammen. STEP ist Bestandteil der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI), welche durch den Bundesrat verabschiedet wurde und derzeit in der Verkehrskommission des Ständerates beraten wird. (mku)

Baudirektor Beyeler hocherfreut

Der Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler sagte gegenüber azonline, er habe den Entscheid so erwartet, und sei froh, dass er jetzt erfolgt ist. Beyeler: «Der Eppenbergtunnel ist eine Grundvoraussetzung, um die Situation zwischen Aarau und Olten zu verbessern, damit man den Regionalverkehr besser nach Olten führen kann.» Mit einer vorgezogenen Massnahme, nämlich einem Wendegleis in der Wöschnau, sollen Verbesserungen schon ab 2017 möglich sein, derweil der Tunnel erst 2020 fertig gebaut ist.

Erfolg für Aargau und Solothurn

Der bundesrätliche Entscheid ist ein Erfolg für die Kantone Solothurn und Aargau, für den beide gekämpft haben. Beyeler sieht den Eppenbergtunnel als nötigen ersten Schritt, um die Bahnkapazität mit einem in Diskussion befindlichen Zwischenpaket weiter zu optimieren: mit dem Ziel des dringend nötigen Halbstundentakts zwischen Aarau und Zürich, «um so die schlimmsten Zustände verbessern zu können». (mku)