Steuerabzug

70 Rappen pro Kilometer: So funktioniert der Pendlerabzug genau

240'000 Steuerpflichtige wäre von der Pendlerabzugslimite so betroffen, dass sie nichts mehr von den Steuern abziehen könnten.

240'000 Steuerpflichtige wäre von der Pendlerabzugslimite so betroffen, dass sie nichts mehr von den Steuern abziehen könnten.

Wenn der Grosse Rat den Pendlerabzug auf 6000 Franken beschränkt, kann ein Automobilist im Aargau nur noch einen Arbeitsweg von 19,4 km abziehen. 240'000 Steuerpflichtige wäre von der Limite so betroffen, dass sie nichts mehr abziehen könnten.

Ein Berufstätiger bzw. eine Berufstätige kann die tatsächlichen Kosten zur Erreichung des Arbeitsplatzes steuerlich in Abzug bringen. Für die ersten 15 000 Kilometer sind dies 70 Rappen pro Kilometer, für das, was darüber hinausgeht, noch 50 Rappen pro Kilometer.

2014 gab der Regierungsrat in Beantwortung einer Interpellation bekannt, dass im Aargau jährlich knapp 100 000 Personen den Pendlerabzug nutzen. Die Regierung stellte im Jahr 2010 100 Abzüge über 24 000 Franken fest. Eine Handvoll «Rekordpendler» kamen auf 35 000 Franken.

Ab 19,4 km wäre Schluss

Die Regierung rechnet vor, dass ein Pendler von Frick nach Aarau von der Abzugsbeschränkung nicht betroffen wäre. Doch ab wann wäre er betroffen? Die az fragte bei Dave Siegrist, Leiter des kantonalen Steueramtes, nach. Er rechnet vor: «Die Berufskosten können jeweils für 220 Tage abgezogen werden.

So ergibt sich ein Arbeitsweg (eine Fahrt) von 19,4 km, der noch vollständig abgezogen werden kann.» Arbeitsweg-Kilometer, die darüber hinaus gehen, könnten beim Vorschlag der Regierung künftig nicht mehr abgezogen werden.

So viele Steuerpflichtige trifft Pendlerabzugslimite

Siegrist gibt aber auch zu bedenken, dass die Benützung eines Autos nur geltend gemacht wird, wenn einer der nachfolgenden Gründe gegeben ist:

  • Unzumutbarkeit der Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels, insbesondere bei Zeitersparnis von über 1 Stunde pro Tag bei Benützung des Autos.
  • Berufliches Erfordernis gemäss Arbeitgeberbescheinigung: Die steuerpflichtige Person benützt das private Motorfahrzeug auf Verlangen des Arbeitgebers ständig während der Arbeitszeit und erhält für die Fahrten zwischen der Wohn- und Arbeitsstätte keine Entschädigung.
  • Gesundheitliche Gründe: Die steuerpflichtige Person ist infolge Krankheit oder Gebrechlichkeit ausserstande, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benützen. Ist keiner dieser Gründe gegeben, können nur die öV-Kosten abgezogen werden. Diese aber immer voll, da ja auch ein GA 1. Klasse «Platz hat», so Siegrist.

National noch 3000 Franken

Die Stimmbürger haben mit der jüngsten Bahnausbauvorlage «Fabi» 2014 an der Urne zwecks Mitfinanzierung auch eine Begrenzung des Pendlerabzuges bei der direkten Bundessteuer auf 3000 Franken gutgeheissen. Derzeit sind etliche Kantone dran, ebenfalls eine Beschränkung einzuführen.

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