Coronavirus-Zwangspause

6000 Webinar-Teilnehmer bei der Berufsfachschule Zofingen

Patrizia Lenza – Dozentin für Informatik an der Berufsfachschule Zofingen – hat durch das Webinar geführt. Bild: Regina Lüthi

Patrizia Lenza – Dozentin für Informatik an der Berufsfachschule Zofingen – hat durch das Webinar geführt. Bild: Regina Lüthi

Die Berufsfachschule Zofingen hat den Lead bei der Schulung während der Corona-Zwangspause übernommen – und dies schweizweit.

Zofingen ist seit gestern landesweites Mekka des Fernunterrichts. Die Berufsfachschule Zofingen hat auf Corona-bedingt geschlossene Schulen reagiert und in Zusammenarbeit mit Microsoft Schweiz 6000 virtuell anwesenden Lehrerinnen und Lehrern aufgezeigt, wie Unterricht per Internet geht. «Gerechnet hatten wir mit etwa 1000 Teilnehmenden», sagt Patrick Scheppler, Leiter IT der Berufsfachschule. «Auch Microsoft war überrascht.» Führte das rege Interesse zu Engpässen in der IT-Infrastruktur? «Nein», freut sich Scheppler, «die Bandbreite der Internetverbindung ist hier zweitrangig – wichtiger ist, dass sie stabil ist.»

Business-Tool dient auch dem Unterricht

Basis für das Webinar und auch des künftigen Unterrichts via Internet ist das Tool Microsoft-Team – ein Bestandteil von Office 365. Mit dieser Programm-Sammlung hat man im Bildungszentrum Zofingen (BZZ) einige Erfahrung. So kennen Kantons- und Berufsfachschule das Prinzip «Bring your own device»; zu deutsch: Bring Dein eigenes Laptop oder Convertible mit. Die Erfahrungen mit dem PC-gestützten Unterricht sind an beiden Schulen sehr gut – und die eine oder andere Lehrkraft hat bereits neue, auf digitale Medien ausgerichtete Lehrmittel entwickelt.

Eine Fachfrau für die Frage, wie man im Web interaktiven Unterricht gestaltet, ist Patrizia Lenza – Dozentin für Informatik an der Berufsfachschule Zofingen. Aus ihrer Sicht war die Veranstaltung für die Webinar-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer ein erster Einblick. «Für einen guten Fernunterricht ist sehr viel Erfahrung nötig» – die es nun rasch zu erwerben gilt.

Was im Webinar aufgefallen ist, war die Art der Präsentation. Obwohl möglich, wurde ohne Webcams gearbeitet – nur mit Folien und Dokumenten. Dazu Patrick Scheppler: «Es geht um rechtliche Fragen – jene des Persönlichkeitsschutzes und der Privatsphäre.» Microsoft lege grössten Wert darauf, dass hier grösste Sensibilität an den Tag gelegt wird.

Was ist das Fazit eines Journalisten, der ins Webinar Einblick nehmen durfte? Alter Wein in top modernen Schläuchen. Alt deshalb, weil die Methodik an das gute alte Sprachlabor erinnert.

Gruppenunterricht mit der Möglichkeit, dass die Lehrperson individuell auf die Lernschritte der Einzelnen eingehen kann – ohne den Klassenverband im Lernprozess zu bremsen. Als Beispiel hatte die Klasse eine Mathematik-Aufgabe zu lösen. Die Lehrerin sah in Echtzeit, wer rasch fertig wurde – und wer Schwierigkeiten hatte.

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