Wenn ein Auenschutzprojekt realisiert wird, kann dies zu Konflikten führen – dies zeigte sich zum Beispiel in Sins/Reussegg oder in Rietheim. In einer Interpellation stellte CVP-Grossrat und Bauernverbands-Geschäftsführer Ralf Bucher den weiteren Ausbau des Parks infrage. Die Vorgabe aus der Verfassung, ein Prozent der Kantonsfläche zum Auenschutzpark zu machen, sei weitgehend erfüllt.

«Dennoch sind weitere Projekte in Planung, die in der Bevölkerung auf Widerstand stossen», heisst es in Buchers Vorstoss. Sorgen macht er sich insbesondere um den Verlust von Fruchtfolgeflächen, also landwirtschaftlichem Kulturland. Neben dem Siedlungsdruck würden den Bauern auch Flächen durch Naturschutzmassnahmen entzogen.

Bucher und 21 weitere Ratsmitglieder wollten von der Regierung wissen, ob sie bereit sei, auf die Umsetzung der Auengebiete zu verzichten, die im kantonalen Richtplan als Vororientierung eingetragen sind. Man müsse sich sogar überlegen, die betreffenden Gebiete aus dem Richtplan zu streichen.

Regierung will ganzen Park

In seiner Antwort weist der Regierungsrat darauf hin, dass der Auenschutzpark derzeit 0,95 Prozent der Kantonsfläche umfasse. Damit sei der Verfassungsauftrag noch nicht erfüllt, die Regierung sei gewillt, den Park vollständig zu realisieren. Bei einem Verzicht auf die Umsetzung der Auenprojekte, die als Vororientierung im kantonalen Richtplan aufgeführt sind, wären diese Gebiete betroffen: unteres Reusstal, Reussebene, Aabach in Seon, Wyna in Gränichen.

Die Umsetzung der letzten beiden Projekte ist für die erste Hälfte der 2020er-Jahre vorgesehen, die anderen Auen sollen später realisiert werden. «Überschlagsmässig dürften sich die Bruttokosten bei 20 Millionen Franken, die Nettokosten um 5 Millionen bewegen», heisst es in der Antwort. Der grosse Unterschied kommt daher, dass beträchtliche Bundesgelder für die Auenprojekte fliessen. Zwischen 1997 und 2014 wurden rund 60 Millionen Franken in den Auenschutzpark investiert. 55 Prozent für Realisierung, 19 Prozent für Projektierung, 13 Prozent für Landerwerb.