Nicht nur der Name deutet an, dass etwas Grosses auf den Aargau zukommt – auch der Blick auf die Zahlen: 5000 Teilnehmende legen in fünf Disziplinen 406 Kilometer mit 7100 Höhenmetern zurück.

Sie werden von 1600 Volunteers betreut, in 17 SBB-Extrazügen transportiert, essen 29 Tonnen Lebensmittel und trinken 26 000 Liter.

Gigathlon Switzerland 2015 - Trailer

Gigathlon Switzerland 2015 – Der Trailer zum Sportevent

2013 gab es zuletzt einen Gigathlon in der Schweiz. Zehn Jahre lang hatte Swiss Olympic den grössten Multisport-Anlass im Land organisiert – eine Erfolgsgeschichte. 2013 änderte der Verband seine Strategie: Man wolle sich künftig auf die olympische Arbeit konzentrieren. Der Erfinder des Gigathlon-Konzepts und Inhaber der Marke, der Zürcher Peter Wirz, nahm die Rechte gerne wieder zurück.

Die gleiche Idee zur gleichen Zeit

Das war der Zeitpunkt, als der Aargau ins Spiel kam – genauer: Bruno Hubschmid aus Schinznach-Dorf, ehemals Radprofi, später 15 Jahre lang Vizedirektor der Tour de Suisse und heute Inhaber einer eigenen Sport-Eventagentur.

Er erinnert sich: «Peter Wirz kam auf mich zu und sagte, der Gigathlon müsse weiterleben, aber die Kiste sei zu gross für ihn allein.» Hubschmid sagte sofort zu. Im Kopf schon damals ein Gedanke: Wäre der Aargau vielleicht ein Gigathlon-Kanton?

Die gleiche Idee zur gleichen Zeit hatte auch ein anderer Aargauer Sportfan: Christian Koch aus Küttigen, beim Kanton Leiter der Sektion Sport und Präsident der regierungsrätlichen Sportkommission.

Koch und Hubschmid trafen sich jeweils im Panathlon-Club, sprachen dabei mehrmals über ihre Gigathlon-Ideen. Und bemerkten: 2015 steht das Gedenkjahr 1415 an.

«Da waren wir uns einig: Das wär doch was!», erzählt Bruno Hubschmid. Mit Wirz gründete er die Invents.ch AG für eine professionelle Organisation. Zusammen mit dem Kanton und mit finanzieller Unterstützung des Swisslos-Sportfonds Aargau wurde ein Konzept erarbeitet. Gesamtbudget: 3 Mio. Franken.

Auch diverse AZ-Mitarbeiter sind am Start. Hier bereitet sich beispielsweise das Team von «Tele M1» auf die Herausforderung vor.

Auch diverse AZ-Mitarbeiter sind am Start. Hier bereitet sich beispielsweise das Team von «Tele M1» auf die sportliche Herausforderung vor.

Unterwegs Geschichte entdecken

Schnell war klar: Der Aargau hält mehr als bloss herausfordernde und idyllische Routen für Läufer, Schwimmer, Skater, Rennvelofahrer und Biker bereit. Er bietet auch eine eindrückliche Geschichte, etwa jene des Schicksalsjahrs 1415, als die Eidgenossen einmarschierten.

«Und wir sind immer auf der Suche nach spannenden Geschichten», sagt Projektleiter Corsin Caluori. So führt die Rennstrecke unter dem Motto «discover history» (entdecke Geschichte) zu allen bedeutsamen Schlössern, Burgen, Klöstern, Städten.

Alle elf Bezirke werden durchquert. Zuschauer können ihren Ausflug mit einem Besuch der Gedenkaktivitäten verbinden.

In den fünf Wechselzonen in Aarau, Wildegg, Windisch, Lenzburg und Seengen kann die spezielle Atmosphäre laut Caluori am besten erlebt werden. Lokale OKs haben Rahmenprogramme zusammengestellt (siehe Box unten).

Sogenannter Zentralort ist Aarau. Im Schachen übernachtet der Grossteil der Gigathleten in 1600 Zelten. Viele gönnen sich aber für bessere Regeneration eine (kurze) Nacht im Hotel.

Der Startschuss fällt am Freitag im Schachen: Die 236 Single-Athleten, die im Gegensatz zu den 848 Teams den Gigathlon allein absolvieren, starten kurz nach der Eröffnungsfeier um 18 Uhr zum Prolog.

Die Teams beginnen ihren Wettkampf am Samstagmorgen mit einem Massenstart der Biker.

Gleichenorts endet der Gigathlon am Sonntagabend. Und die 5000 Sportlerinnen und Sportler werden stolz sein, bei etwas Grossem dabei gewesen zu sein.