Atomkraftwerke

500 Millionen fürs AKW Beznau: SP-Chopard findets gut, SP-Caflisch schlecht

Die Axpo investiert 700 Millionen Franken in ihre beiden AKWs auf der Halbinsel Beznau.

Die Axpo investiert 700 Millionen Franken in ihre beiden AKWs auf der Halbinsel Beznau.

SP-Nationalrat Max Chopard findet die Nachrüstungen der Axpo absolut richtig. SP-Grossrat Jürg Caflisch würde dagegen kein Geld mehr in die alten AKW stecken. Die über 500 Millionen Franken würde er lieber in die Energiewende investiert sehen.

Bis 2015 investiert die Axpo in die Atomkraftwerke Beznau über 500 Millionen Franken (az von gestern). Bei Energiepolitikern sind die Nachrüstungen umstritten.

«Es ist richtig und wichtig, dass bis zum letzten Betriebstag eines Atomkraftwerkes in die höchstmögliche Sicherheit investiert wird», sagt SP-Nationalrat Max Chopard aus Obersiggenthal. «Darum begrüsse ich die Investitionen der Axpo für Beznau.»

Erst im Sommer hat Chopard einen Vorstoss in Bern eingereicht: Bei fehlenden Gesetzen für die bestmögliche Sicherheit bei Atomanlagen müsse man diese notfalls gegen den Willen der Betreiber gerichtlich durchsetzen.

Die Laufzeit klar beschränken

Für Chopard geht es aber klar um die bessere Sicherheit, die Axpo dürfe daraus nicht ableiten, sie könne dafür die Kraftwerke bis zum St. Nimmerleinstag laufen lassen.

«Ich bin für eine fixe Laufzeitbeschränkung und bin der Meinung, 40 bis 45 Jahre sind für ein Atomkraftwerk genug», so der SP-Politiker.

Mit ihren 44 und 41 Jahren seien die Beznauer AKW die ältesten auf der Welt. Trotz der Investitionen «wird aus alt nicht plötzlich neu, das Flicken macht ein Produkt nicht besser».

Die ältesten AKW müsse man jetzt vom Netz nehmen, wenn man mit der Energiewende vorwärtsmachen wolle.

Abschalttermin finden

Im Grundsatz sei sich die Bundespolitik über den Atomausstieg ja einig – mit Ausnahme der SVP und Teilen der FDP, sagt Chopard.

Jetzt müsse es in der Realpolitik noch gelingen, für Mühleberg und Beznau einen festen Abschalttermin zu fixieren. Denn es gebe heute bessere Möglichkeiten als vor 45 Jahren.

«Diese sollten wir nutzen, um den risikobehafteten Atomstrom durch Investitionen in die Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu ersetzen», hält Chopard fest.

Die von Bundesrat und Parlament eingeleitete Energiewende gebe den Weg vor und schaffe viele neue Arbeitsplätze in den KMU.

Geld für erneuerbare Energien

Keinen Franken mehr würde Jürg Caflisch aus Baden in die alten Beznauer Reaktoren stecken, sondern die Werke rasch abschalten.

«Es wäre doch viel besser, die 700 Millionen Franken für die Energiewende einzusetzen.»

Caflisch findet es paradox, wie man hier mit der grossen Kelle anrichte, während «das Geld für die Gebäudesanierungen und für die kostendeckende Einspeisevergütung fehlt».

Die Beznauer Reaktoren seien weltweit die ältesten AKW, länger laufen lassen könne man die jüngeren AKW Gösgen und Leibstadt.

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