50 JAHRE FRAUENSTIMMRECHT
Aargauer Ratsweibelin: «Ich verstelle meine Stimme nicht, damit ich anderen gefalle»

Vor 50 Jahren wurde das Frauenstimmrecht eingeführt. Aus diesem Anlass stellt die AZ unter dem Titel «Frauenstimmen» jede Woche eine Frau aus dem Aargau vor. Diese Woche: Manuela Widmer-Bardellini, Allrounderin im Grossratsgebäude.

AZ
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Manuela Widmer-Bardellini im Grossratssaal in Aarau: Sie ist unter anderem Ratsweibelin des Grossratspräsidenten oder der Grossratspräsidentin.

Manuela Widmer-Bardellini im Grossratssaal in Aarau: Sie ist unter anderem Ratsweibelin des Grossratspräsidenten oder der Grossratspräsidentin.

Iris Krebs

Vor 50 Jahren wurde das Frauenstimmrecht eingeführt. Aus diesem Anlass stellt die AZ unter dem Titel «Frauenstimmen» jede Woche eine Frau aus dem Kanton Aargau vor.

Wer sind Sie?

Manuela Widmer-Bardellini, 1960 geboren, aus Sarmenstorf. Eine zufriedene Allrounderin, die ihre Position in «Männerdomänen» gefunden hat und überall immer akzeptiert wurde.

Das heisst? Wo sind Sie aktiv?

Als Assistentin im Kommissionsdienst des Parlamentsdienstes, als Ratsweibelin des Grossratspräsidenten oder der Grossratspräsidentin, als aktive Jägerin seit 37 Jahren, als Ehrenmitglied bei Jagd Aargau, beim Jagdhornbläsercorps Aargau, bei den Jagdhornbläsern Hallwyl und früher langjährige Kollegin in der Kommission Frau und Staat der Frauenzentrale.

Wofür erheben Sie Ihre Stimme?

Jeder soll seine Meinung fair und frei äussern dürfen, auch wenn man damit «anecken» sollte. Ich verstelle meine Stimme nicht, damit ich anderen gefalle. Es müssen mich auch nicht alle mögen (Bündner Grind).

Was haben Sie im Jahr 1971 gemacht?

Ich besuchte die Schule halb in Alvaneu Bad GR und halb in Wohlen AG.

Chancengleichheit, was braucht es dazu?

Die Chancengleichheit hat sich für mich immer ergeben. Man darf das fordern, wozu man bereit ist, Einsatz zu leisten. Ich vertrete die Meinung, dass Frau und Mann gar nicht immer das Gleiche tun und haben müssen.

Wovon träumen Sie?

Bis zu meiner Pensionierung weiterarbeiten zu können im besten Team, das es in der kantonalen Verwaltung gibt. Danach mehr Zeit für meine Familie und meine jagdliche Passion und für die Jagdmusik zu haben.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Auf meine Familie mit drei erwachsenen Kindern, auf meine erreichte berufliche Laufbahn und auf meinen Freundeskreis.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

Dass auch die nächste Generation in unserer intakten Natur frei durchatmen kann. Dass man sich an kleinen Dingen freuen kann, ohne grosse materielle Ansprüche zu stellen.

Wie lautet Ihr Leitsatz?

«Das ist unmöglich», sagt die Angst. «Zu viel Risiko», sagt die Erfahrung. «Macht keinen Sinn», sagt der Zweifel. «Versuch es einfach!», flüstert das Herz!»

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