In den letzten Wochen musste der Aargau mehrere Tiefschläge einstecken. So erhält er mittelfristig voraussichtlich weniger Finanzausgleich aus Bern.

Und weil der Kantonshaushalt immer noch ein strukturelles Defizit ausweist, hat der Kanton kaum Mittel, um mit Blick auf die Steuervorlage 17 des Bundes die Firmensteuertarife zu senken. Dem Aargau droht ein Problem, wenn die anderen Kantone tatsächlich wie angekündigt ihre Tarife zum Teil markant senken.

Jetzt gibt es immerhin noch eine kleine positive Botschaft zu Ostern. Laut dem neuesten Kaufkraftvergleich des Marktforschungsinstituts GfK verbessert sich der Aargau nämlich im Top- 10-Ranking der Kantone nach Pro-Kopf-Kaufkraft gegenüber dem Vorjahr, überholt die Waadt und klettert auf Rang acht.

Der Kaufkraftbetrag für den Aargau beträgt bei einem Umrechnungskurs von 1,175 genau 46 902 Franken pro Person. Angesichts des äusserst minimen und damit nicht signifikanten Vorsprungs auf die Waadt könne man nicht sagen, was genau diese Verschiebung bewirkt hat, so GfK-Sprecher Lukas Häusermann.

Das Institut gibt die Kaufkraft in Euro an, weil es diese auch in Deutschland und Österreich erhebt, um so die drei Länder miteinander vergleichen zu können. Mit einem ebenfalls hohen Pro-Kopf-Durchschnitt landet Zürich im landesweiten Ranking auf Platz vier (vgl. Tabelle).

Nicht zu verwundern vermag derweil, dass die Kantone Zug, Schwyz und Nidwalden wie schon im Vorjahr die höchste Kaufkraft je Einwohner aufweisen. Aufgrund der relativ geringen Anzahl an Einwohnern entspricht die Kaufkraftsumme dieser drei Kantone zusammen jedoch nur rund fünf Prozent der Kaufkraftsumme der gesamten Schweiz, so GfK Switzerland.

Der einwohnerstärkste Kanton Zürich, in dem fast jeder fünfte Einwohner der Schweiz lebt, verfügt mit über 68 Milliarden Euro (79,9 Milliarden Franken) über knapp 20 Prozent der gesamten Schweizer Kaufkraft.

Die Bewohner des Kantons Bern verfügen mit knapp 38 Milliarden Euro über rund elf Prozent der Schweizer Kaufkraft. Im nationalen Ranking nach Pro-Kopf-Kaufkraft landet der Kanton allerdings nur auf Rang 15 von 26.

Für die Schweiz prognostiziert GfK im 2018 eine durchschnittliche Kaufkraft von 40'456 Euro (47'536 Franken) je Einwohner. Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt dieses Jahr bei 340,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Österreicher haben im Schnitt 23'282 Euro Kaufkraft pro Kopf, Deutsche 22'992 Euro.

So wird gemessen

Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Der Fokus der Studie liegt auf den regionalen Unterschieden.

Sie zeigt, wie verschieden die regionale Kaufkraft ist. Die Kaufkraft ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem frei verfügbaren Einkommen, das von der Credit Suisse regelmässig eruiert wird. Dort liegt der Aargau auf Platz 10.