Glücksspiel

42-Millionen-Jackpot: Was ein Aargauer Lotto-Millionär alles finanzieren könnte

Sollte am Mittwoch ein Aargauer oder eine Aargauerin den Lotto-Jackpot knacken, wird irgendwo im Kanton auch der Steuervogt jubeln. Eine kleine Zahlenspielerei.

Auch im Aargau werden derzeit eifrig Lottozettel ausgefüllt. Denn bei der Ziehung vom Mittwoch warten satte 41,8 Millionen Franken im Topf. Wer jetzt sechs Richtige tippt, darf sich über den zweithöchsten Gewinn in der Geschichte des Schweizer Zahlenlottos freuen.

Und über eine saftige Steuerrechnung. Zunächst fallen 35 Prozent Verrechnungssteuer an, gewissermassen als Sicherheit. Diese Steuer wird später mit der Einkommenssteuer im Wohnkanton des Gewinners verrechnet. Denn Glücksspiel-Gewinne müssen als Einkommen versteuert werden.

Für den Kanton Aargau würde dabei die hübsche Summe von 5 Mio. Franken herausschauen. Mit diesem Geld liesse sich so einiges anstellen: Beispielsweise könnte der Kulturlastenausgleich finanziert werden, aus dem die FDP erst ganz aussteigen wollte, bevor sie sich doch umentschied. Oder aber die als Sparmassnahme beschlossene Erhöhung der Pflichtpensen für Aargauer Lehrer könnte rückgängig gemacht werden (Kostenpunkt 3,15 Mio.).

Wo der Gewinner am meisten spart

In den Gemeinden unterscheidet sich der Geldsegen je nach Steuerfuss enorm. So müsste der glückliche Gewinner beispielsweise in Schwaderloch – mit 126 Prozent die Aargauer Steuerhölle – dem Steuervogt rund 5,7 Millionen abtreten. 

Das ist das Doppelte von dem, was ein Lottogewinner aus Oberwil-Lieli abliefern müsste. Die Heimat von SVP-Haudegen Andreas Glarner weist nämlich mit 60 Prozent den tiefsten Steuersatz im Kanton auf. Mit diesen Geld könnte die aufmüpfige Gemeinde die Ersatzabgabe für nicht aufgenommene Flüchtlinge mit einem Lächeln begleichen.

In der Kantonshauptstadt würde ein Lottogewinner die Stadtkasse um gute 4,5 Millionen aufpolieren. Leider nicht genug für Grossprojekte wie die neue Aarebrücke «Pont Neuf» (33 Mio.) oder das neue Stadion (mindestens 36 Mio.). Auf den Zustupf würde man in Aarau aber dennoch kaum verzichten.

Ebensowenig in Baden, wo der Lottgewinner 4,3 Millionen Gemeindesteuern entrichten müsste. Für das laufende Jahrhundertprojekt Neubau Schulhausplatz (100 Mio.) wäre es kaum mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein und auch für die Tägi-Sanierung in Wettingen (46,5) Millionen würde es bei weitem nicht reichen.

Andere Gemeinden könnten hingegen heiss diskutierte Projekte praktisch aus dem Stand finanzieren. Ein paar ausgewählte Beispiele:

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