Mindestlohn

«4000 Franken Mindestlohn ist kein Segen, sondern ein Fluch»

Bundesrat Johann Schneider-Ammann sprach in Stein über die Mindestlohn-Initiative. Er erinnerte an das «flexible Wirtschaftssystem der Schweiz», an «die starke Sozialpartnerschaft» und sprach sich gegen den Mindestlohn aus.

Zeit ist Geld, darum kam er per Helikopter ins Fricktal. Bundesrat Johann Schneider-Ammann, begleitet von Ruth Humbel. In 20 Minuten bequem von der Kaserne Bern nach Stein.

4000 Franken Mindestlohn aber seien zu viel. Das Zitat im Titel stammt von Gastgeber Markus Kunz. Seine Bäckerei beschäftigt 82 Leute, bis zu 350'000 Franken mehr Löhne müsste er bezahlen, wenn alle Gehälter anstiegen.

Für ihn noch viel schlimmer: Viele Junge würden keine Lehre mehr machen, denn was sollten sie sich abrackern, wenn das Geld ohnehin kommt. «Das duale System würde aufs Spiel gesetzt», befürchtet der erfolgreiche Chef der Kunz AG.

Solche Worte waren Musik in den Ohren von Schneider-Ammann. Der Bundesrat fühlte sich sichtlich wohl im Café Kunz, einem starken KMU, das seine Löhne selber bestimmen will. Locker gab der Wirtschaftsminister Interviews vor vielen Kameras und begrüsste das Kunz-Personal persönlich.

Neben Osterhasen und Konfitüre erinnerte der Bundesrat mit ernster Miene an das Fundament unseres Landes, «das flexible Wirtschaftssystem und die starke Sozialpartnerschaft». Der Verband Swissmem kenne zwar Mindestlöhne, aber sie seien regional abgestuft. Arbeit sei die beste Armutsvorsorge, starre Vorschriften aber führten zu mehr statt weniger Arbeitslosen.

Den Nein-Walzen zum Mindestlohn folgte ein ausgeglichenes Podium: Als überzeugte Befürworter kämpften SP-Nationalrätin Yvonne Feri und Unia-Regionalleiter Hansueli Scheidegger für die Initiative. Sie kreuzten die Klingen mit CVP-Nationalrätin Ruth Humbel und AIHK-Vizepräsident Veith Lehner. (Lü.)

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