Unwetter
350 Notrufe, 600 Elementarereignisse im Aargau: Überschwemmungen und Hangrutsche nach heftigen Gewittern

Das Unwetter vom Samstag hat vor allem im Westaargau zu Überschwemmungen und Hangrutschen geführt. Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz. Verletzt wurde gemäss bisherigen Informationen niemand.

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Das Gewitter mit heftigen Regenfällen und Hagel hat am Samstag besonders im Westaargau zu etlichen Feuerwehreinsätzen geführt. Das teilt die Aargauer Kantonspolizei am Sonntagmorgen mit. «Besonders betroffen waren die Stadt Zofingen und die umliegenden Gemeinden.»

Die Autobahn A1 bei Oftringen war teilweise überschwemmt. Wasser von ausserhalb floss auf die Fahrbahn und bedeckte mehrere Fahrstreifen. Kurz nach 18.30 Uhr stand der Verkehr in beide Richtungen komplett still. Später konnte er über den Pannenstreifen geführt werden. Erst "Erst gegen 23.00 Uhr konnten beide Fahrstreifen wieder frei gegeben werden", schreibt die Kantonspolizei.

Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand. Die Höhe der Schäden zu bezeichnen, sei derzeit nicht möglich.

Das heftige Gewitter, das am Samstag von Westen her über den Aargau zog, führte wegen kräftigen Regengüssen und Hagel ab 16.15 Uhr zu ersten Meldungen bei der Kantonalen Notrufzentrale (KNZ). Besonders betroffen war die Region Zofingen.

600 Elementarereignisse

Laut Kantonspolizei standen zirka 25 Feuerwehren wegen über 600 Elementarereignissen im Einsatz. Zusätzlich wurden Regionale Führungsorgane sowie Zivilschutzorganisationen aufgeboten. Die Kantonale Notrufzentrale in Aarau nahm am Abend zirka 350 Notrufe per Telefon entgegen.

Heftige Gewitter haben in Zofingen AG zu grossflächigen Überschwemmungen, Hangrutschen und Stromunterbrüchen geführt. Bei der Notrufzentrale und der Feuerwehr gingen über 400 Schadensmeldungen ein. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand.

Unterführung Henzmannstrasse am Samstag, 8. Juli.
20 Bilder
Unterführung Strengelbacherstrasse Zofingen
Unterführung Henzmannstrasse
Unterführung Strengelbacherstrasse
Küngoldingerstrasse
Spital Zofingen
Parkhaus Forstacker Zofingen
Lösch- und Rettungszug SBB
Unterführung Henzmannstrasse am Sonntagmorgen
Küngoldingerstrasse am Sonntagmorgen
Fw Aarau Unterführung Strengelbacherstrasse
Impression vom Bahnhofplatz Zofingen
Impression vom Bahnhofplatz Zofingen
Die Einsatzleitstelle im Feuerwehrlokal Zofingen
Einsatzleitstelle
Bahnhofplatz Zofingen
Einsatzleitstelle 2
Autobahn A1 Ausfahrt Oftringen
Bahnhof-Parkhaus
Einsatzleitstelle bei der Arbeit

Unterführung Henzmannstrasse am Samstag, 8. Juli.

Feuerwehr Zofingen

Betroffen von den Fluten waren der Ortsteil Mühlethal sowie tiefer gelegene Quartiere, die Altstadt und die Industriegebiete, wie die Stadt Zofingen in der Nacht auf Sonntag mitteilte.

In den Strassenunterführungen stand das Wasser teils meterhoch, wie wie es in der Mitteilung heisst. Ein Autofahrer, der in der Unterführung Henzmannstrasse stecken blieb, konnte sich selbst aus dem Auto retten.

Mehrere Betriebe, Keller, Tiefgaragen, Unterführungen und das Bahnhofparking standen unter Wasser. In einzelnen Quartieren fiel der Strom aus. Der Zivilschutz verteilte Trinkwasser, wie im Kurznachrichtendienst Twitter berichtet wurde.

Betroffen von den Fluten waren der Ortsteil Mühlethal sowie tiefer gelegene Quartiere, die Altstadt und die Industriegebiete, wie die Stadt Zofingen am Sonntag mitteilte.

Betroffen von den Überschwemmungen ist auch das Zofinger Tagblatt (ZT). Wie das Unternehmen via Facebook mitteilt, ist etwa die Webseite der ZT am Sonntagmorgen nicht erreichbar.

250 Rettungskräfte im Einsatz

Insgesamt rückten rund 250 Rettungskräfte zum Einsatz aus, darunter mehrere Feuer- und Chemiewehren, der Zivilschutz und ein Löschzug der SBB. Die Feuerwehr Zofingen rechnet mit einem mehrtägigen Einsatz.

Die Feuerwehren und der Zivilschutz stünden im Dauereinsatz, hiess es in der Mitteilung. Aufgrund der Vielzahl der Alarmmeldungen mussten die Hilfskräfte zunächst Prioritäten setzen. Sie baten die Bevölkerung um Geduld.

Das Unwetter beeinträchtigte auch den Verkehr auf Strasse und Schiene. Laut der Aargauer Kantonspolizei wurde die A1 bei Oftringen überflutet. Kurz nach 18 Uhr sei der Verkehr in beiden Richtungen komplett stillgestanden.

Später konnten die Fahrzeuge über den Pannenstreifen geführt werden. Erst gegen 23 Uhr habe der Verkehr auf allen Fahrstreifen wieder freigegeben werden können.

In Zofingen standen zudem am Samstagabend zwei Gleise unter Wasser. Die Züge auf der Strecke Basel-Luzern fielen zwischen Olten und Luzern aus, wie der Bahninformationsdienst Railinfo mitteilte. Am Sonntagmorgen konnten zwischen Langenthal BE und St. Urban LU keine Regionalzüge verkehren. Passagiere mussten auf Busse umsteigen.

Im Verlaufe der Nacht habe sich die Lage in der Region Zofingen stabilisiert, teilten die Behörden mit. Zur Beurteilung der Hangrutschgefahr wurde ein Geologe beigezogen.

Am Sonntagmorgen waren noch mehrere Quartiere ohne Strom. Bevor die Stromversorgung wieder hergestellt werden könne, müssten rund 600 Wohnungen kontrolliert werden.

Bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter

Am Samstagnachmittag und -abend waren teils heftige Gewitter über die Schweiz gezogen - und haben der Hitzewelle ein Ende gesetzt. Wurden vorerst noch Temperaturen von bis zu 32 Grad gemessen, stürmte es später am Tag stellenweise heftig.

Die kräftigsten Gewitterzellen entluden sich am Jurasüdfuss und am Bodensee, wie der Wetterdienst MeteoSchweiz auf seinem Blog schreibt. Im Oberaargau fielen stellenweise knapp 90 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In Wynau im Kanton Bern wurden in nur 20 Minuten 31 Liter gemessen.

Auch Hagel wurde da und dort verzeichnet. Besonders viele Meldungen gingen aus Orten am Jurasüdfuss ein, wie ein Meteorologe von MeteoSchweiz gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Besonders stürmisch wurde es südlich von Interlaken BE, wo Böen von 105 Kilometern pro Stunde erreicht wurden. (pz/sda)

Haben Sie auch Fotos vom Hagel gemacht? Schicken Sie sie an online@aargauerzeitung.ch!