Rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer drängen sich in den Werkshallen, in denen derzeit tonnenweise Kleidung gefaltet und Hilfsgüter zu regelrechten Burgen aufgetürmt werden. Und es wird nicht weniger: Immer wieder kommen neue Lastwagen mit noch mehr Material für Bedürftige. 

In der ganzen Hektik behält sie einen kühlen Kopf: Flüchtlingshelferin Marit Neukomm, die kürzlich mit dem Titel «Aargauerin des Jahres» geehrt wurde. Auf die Frage des Regionalsenders Tele M1, ob diese Flut an Hilfsgütern nicht zuviel Solidarität sei, entgegnet die Neukomm lachend: «Genügend Solidarität gibt es gar nicht. Die Frage ist nur, wie wir mit dem Sortieren und Verpacken vorwärtskommen.»

Marit Neukomm hat es geschafft: Sie ist «Aargauerin des Jahres» 2016! (November 2016)

Marit Neukomm ist Aargauerin des Jahres 2016. Die engagierte Mutter aus Oberentfelden reiste mehrmals mit ihrer selbst gegründeten Hilfsorganisation «Volunteers for Humanity» nach Idomeni und Lesbos, um Flüchtlingen zu helfen.

Bis kommenden Donnerstag müssen die Hilfsgüter bereitstehen. Dann kommt der Container, der das ganze Material ins Kriegsgebiet von Syrien bringt, wo es dringend benötigt wird. «Ich bin guter Dinge», erklärt Neukomm und fügt überzeugt an: «Wir haben so viele Helfer hier, wir schaffen das!»

«Man kommt schon an seine Grenzen»

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Marit Neukomms Hilfswerk «Volunteers for Humanity» noch kaum jemandem bekannt. Die Oberentfeldnerin wurde mit einer überschaubaren Menge Hilfsgüter versorgt und griff dafür auf die Hilfe einer Hand voll freiwilliger Helfern zurück. Doch diese Zeiten sind definitiv vorbei: Seit das Hilfswerk auch dank Neukomms Auszeichnung mit dem NAB-Award so bekannt ist, wird sie mit Hilfsgütern regelrecht überrannt. 

«Man kommt schon an seine Grenzen», muss Marit Neukomm eingestehen. «Doch es gibt so viele Menschen, die mithelfen wollen. Das motiviert einen und gibt einem Schub, um weiterzumachen.» Ursprünglich rechnete die Oberentfeldnerin mit 10 Tonnen Hilfsmaterial. Bislang zusammengekommen sind aber rund 35 Tonnen. (luk)