Sicherheit
34 neue Polizisten im Aargau – nur drei Kantone haben noch weniger Gesetzeshüter

Die Polizeikorps rüsten personell weiter auf. 2016 wurden in der Schweiz 200 neue Stellen geschaffen, davon 34 im Aargau. Vergleicht man die Polizeikorps anhand der Bevölkerung, verfügt der Aargau über relativ wenig Ordnungshüter.

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Der Aargau hat im Vergleich zu anderen Kantonen eine relativ geringe Polizeidichte.

Der Aargau hat im Vergleich zu anderen Kantonen eine relativ geringe Polizeidichte.

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Am stärksten stockte letztes Jahr der Kanton Bern den Polizeibestand auf, nämlich um 43 auf total 1984 Vollzeitposten. Markante Zunahmen gab es auch im Aargau (34), in Zürich (20), in Genf, St. Gallen und der Waadt (je 18). Das zeigen Daten, die die Konferenz der Polizeikommandanten (KKPKS) erhoben hat (s. Grafik).

Die Aufstockung im Aargauer Polizeikorps geht mit der wachsenden Bevölkerung einher. So muss im Kanton Aargau auf 700 Einwohner mindestens ein Polizist kommen. Mit dem aktuellen Wert von 679 Einwohner pro Polizist wird dieses Ziel zwar erreicht. Im Vergleich mit anderen Kantonen ist die Aargauer Polizeidichte jedoch eher gering. Nur gerade in den beiden Appenzell und im Thurgau gibt gemessen an der Bevölkerung es noch weniger Polizisten.

Die knapp 480 Bundespolizisten dazugerechnet, kommt derzeit landesweit ein Polizist auf 453 Einwohnerinnen und Einwohner. Die kantonalen Differenzen ergeben sich laut KKPKS unter anderem aus den verschiedenen Aufgaben, den kantonalen Besonderheiten wie beispielsweise zusätzliche Grenzkriminalität und der Organisation der Korps.

Fast 900 Stelllen in 4 Jahren

Entgegen dem Trend haben 2016 auch einige Kantone ihre Bestände etwas abgebaut. So kürzte Neuenburg 15, Graubünden und Baselland je 8 Stellen. Unter dem Strich resultierte vergangenes Jahr schweizweit ein Plus von 140 Beamten (+0,8 Prozent). Innert vier Jahren wuchsen die kantonalen und kommunalen Polizeikorps gesamthaft um 892 Stellen oder 5,2 Prozent.

Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) fordert seit Jahren eine Aufstockung des Personals. Konkrete Zahlen will Generalsekretär Max Hofmann derzeit nicht nennen. Damit die Polizei alle Aufgaben erfüllen und die Belastung "auf ein normales Mass" reduziert werden könne, fehlten jedoch nach wie vor "ein paar Tausend Stellen", sagte Hofmann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. (sda/cze)