AZ-Jasskönig

3047 Punkte mit einem Sternchen – Wie der Redaktor das Turnier auf dem Weingut Fürst erlebt

Redaktor Fabian Hägler hat selbst beim Jassturnier in Hornussen mitgespielt – und einiges gelernt.

Ich bin kein Jasskönig, aber doch ein Jassmeister: An der Kantonsschule Wohlen holte ich einst den Titel – doch das ist mehr als 20 Jahre her. Dort wurde, wie im Freiamt üblich, natürlich mit deutschen Karten gespielt. Zudem zählten Eicheln sechsfach, Rosen fünffach, Undenufe vierfach, Obenabe dreifach, Schellen und Schilten doppelt, es wurde gewiesen und die Stöcke geschrieben... Ganz anders beim AZ-Jasskönig, wo am Freitag auf dem Weingut Fürst in Hornussen das dritte Ausscheidungsturnier stattfand. Gejasst wird mit französischen Karten, wie es im Fricktal üblich ist – das erfahre ich von Stefan, Präsident des Vereins Eisen und Bergwerk in Herznach. Alles zählt einfach, es gibt weder Weis noch Stöcke – das erklärt Spielleiter Kurt Röllin zu Beginn. «Nicht zu schnell jassen, lasst euch Zeit, es sollte nicht zu laut werden im Saal, und es wäre gut, wenn einer schreibt, der das schon einmal gemacht hat.» Ich bin froh, dass bei jeder der drei Runden ein erfahrener, zuverlässiger Schreiber am Tisch sitzt und diese Aufgabe übernimmt.

Ein guter Start und ein Faux-Pas

In der ersten Runde ist Oliver Wagner, Moderator bei Radio Argovia, mein Jasspartner. Wenn wir ehrlich sind, ist Oliver wohl stärker hinter dem Mikrofon und ich besser an der Tastatur, als wir beide am Jasstisch. Obwohl wir manchmal zweifeln, ein paar Fehler machen und immer länger brauchen als unsere Gegner, bis wir eine Karte spielen, holen wir 1081 Punkte. «Das ist gut, es braucht etwa 3000 zum Weiterkommen», sagt Spielleiter Kurt.

Auch meine zweite Runde – mit Stefan, gegen Grossrätin Maja und Kurt aus Villmergen – läuft gut. Als der Fotograf vorbeikommt, plaudere ich ein bisschen mit ihm und mache prompt einen einfachen Fehler. Ich vergebe zwei sichere Stiche, bin dann sicher, dass ich nur noch Böcke in der Hand habe und die letzten drei mir gehören, lege alle drei Karten auf einmal ab – da greift Kurt ein. «Das geht nicht, du musst jede Karte einzeln spielen», sagt der Spielleiter. Ich nicke und erkläre, dass ich nur Gelegenheitsjasser sei und beim Schieber im Kollegenkreis auch mal mehrere Karten abgelegt würden. Trotz meines Faux-Pas mache ich wieder über 1000 Punkte – das Kartenglück ist mir hold.

In der letzten Runde heisst mein Partner Kurt, er hat keine Chancen mehr auf den Finaleinzug, jasst unbeschwert und risikoreich. Diesmal mache ich keine Fehler, dennoch resultiert die niedrigste Punktzahl aller drei Runden. Auch wenn alles einfach zählt, machen die Karten eben viel aus... Am Ende sind es 3047 Punkte, Rang 6 und ein Sternchen: Als AZ-Redaktor jasse ich ausser Konkurrenz, Spass gemacht hat es trotzdem.

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