Kantonsstrassen

300 Kilometer: Ein Viertel der Aargauer Strassenbeläge sind giftig

Das schreibt die Regierung in einer Antwort einer Interpellation.

300 der 1150 Kilometer Kantonsstrassen im Aargau enthalten giftige Stoffe!

Das schreibt die Regierung in einer Antwort einer Interpellation.

300 der 1150 Kilometer Aargauer Kantonsstrassen enthalten einen zu hohen Anteil an kritischen Schadstoffen. Das schreibt die Regierung in einer Antwort auf eine Interpellation des Badener SP-Grossrats Jürg Caflisch.

Die Zahl ist bemerkenswert und macht stutzig: 300 der 1150 Kilometer Kantonsstrassen im Aargau enthalten einen zu hohen Anteil an kritischen Schadstoffen. Das ist ein Viertel aller Strassenkilometer im Kanton!

SP-Grossrat Jürg Caflisch hatte der Regierung einen Fragenkatalog übermittelt, in dem er Auskunft über «Giftstoffe im Asphalt von Aargauer Strassen und deren Beseitigung» forderte.

Konkret räumt der Regierungsrat in der Antwort ein, dass etwa 300 der 1150 Kilometer (oder 26 Prozent) der Kantonsstrassen einen Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) aufweisen, der über dem aktuell gültigen Grenzwert liegt. Wird der Grenzwert – wie bei der laufenden Revision vorgesehen – heruntergesetzt, kommen 230 weitere Strassenkilometer dazu.

Diese Zahlen bedeuten jedoch lautet der Interpellationsantwort «keine unmittelbare Gefahr für die Umwelt», weil die gefährlichen Substanzen kaum wasserlöslich sind. Diese günstige Ausgangslage ändere sich, «wenn bei einer Sanierung der alte teerhaltige Belag aufgebrochen und granuliert wird».

Der Aargau habe die Problematik mit diesem Ausbauasphalt «früh erkannt». Seit sieben Jahren besteht deshalb ein kantonales Konzept für den Umgang mit teerhaltigen Belägen. Ausgebaute Strassenbeläge werden in drei Kategorien mit verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten unterteilt.

Die schlimmsten Beläge mit PAK-Werten über der heute gültigen Marke werden seit 2012 für die thermische Behandlung und anschliessende Verwertung nach Holland gebracht. Der Kanton bezahlt für die Entsorgung einer Tonne teerhaltigen Materials 140 Franken.

Die Regierung bezieht sich in ihrer Antwort ausdrücklich auf die Kantonsstrassen: Das Baudepartement habe «keinen Zugang zu Daten von Gemeinde- oder Privatstrassen».

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