Aarau

30 Millionen investiert, 50 Jobs geschaffen: Hirslanden Klinik Aarau baut aus

Die Hirslanden Klinik Aarau baut aus und investierte hierfür in den letzten anderthalb Jahren über 30 Millionen Franken in verschiedene Stationen. Die Klinik setzt vermehrt auf die Bekämpfung von Krebs und Herzerkrankungen.

Während viele Gewerbebetriebe im Aargau unter der schwächelnden Wirtschaft leiden, gehen die Zahlen im Medizinsektor kontinuierlich bergauf.

So auch bei der Hirslanden Klinik Aarau: In den letzten anderthalb Jahren investierte sie über 30 Millionen Franken in den Ausbau verschiedener Stationen.

Ein enormer Betrag, der rund 20 Prozent des Jahresumsatzes der Klinik entspricht. Doch die Anzahl der Behandlungen nimmt von Jahr zu Jahr zu – und so ist ein Ende des Ausbaus derzeit nicht in Sicht.

Engpässe in der Intensivstation

Für den Aargau bedeutet die florierende Klinik vor allem: mehr Arbeitsplätze und eine verbesserte Patientenversorgung.

«Mit dem Ausbau verschiedener Stationen konnten wir in diesem Geschäftsjahr rund 50 neue Mitarbeiter anstellen», sagt Philipp Keller, Direktor der Hirslanden Klinik Aarau.

Eine wohltuende Nachricht in Zeiten des Stellenabbaus. Gesucht waren primär Pflegekräfte für das Notfallzentrum und die Intensivstation. Letztere seien landesweit äusserst schwierig zu finden, so Keller. «Dank der modernen Ausstattung in unserer Klinik konnten wir jedoch alle Stellen rasch besetzen.»

Auf einem Rundgang wird rasch klar: Die Privatklinik wird ihrem Namen gerecht. «Komfort und Privatsphäre sind für unsere Patienten zwei zentrale Anliegen – mit der Erweiterung des Notfallzentrums können wir diesen Ansprüchen gerecht werden», sagt Arzt Cyrill Morger, der die Station seit Beginn des Jahres leitet.

Es war jedoch nicht nur eine Frage der Annehmlichkeit, die einen Ausbau notwendig machte.

«Insbesondere auf der Intensivstation kam es zu Engpässen, welche uns zu diesem Schritt drängten.»

Diese umfasst neu zwölf statt acht Betten – und bietet somit mehr Kapazität beispielsweise für Patienten, die nach einer Operation engmaschig überwacht werden müssen.

Die Klinik rechnet damit, dass die Erweiterung des Notfallzentrums für rund zehn Jahre reichen sollte. Eine Prognose für die Intensivstation sei schwieriger abzugeben, da diese sehr stark von der Entwicklung der Medizin abhänge, sagt Keller.

Moderne Ausrichtung

Dass der technische Fortschritt in der Medizin mit schwindelerregendem Tempo voranschreitet, zeigen die angeschafften Apparaturen; allen voran der neue Linearbeschleuniger.

Was man bislang nur von Physikinstituten kannte, wissen auch Mediziner für sich zu nutzen. Denn dieses Monstrum von einem Roboter zerstört Tumorgewebe auf einen Zehntel Millimeter genau. «Die Handhabung ist dermassen komplex, dass ich selbst nicht befugt bin, die Maschine zu bedienen», gesteht Christian von Briel, Facharzt für Radio-Onkologie.

Stattdessen gibt es spezifisch dafür ausgebildetes Fachpersonal. Kostenpunkt der Apparatur: 2,5 Millionen Franken.

Daneben modernisierte die Hirslanden Klinik Aarau das Herzkatheter-Labor: Dieses erlaubt mitunter eine genaue Bildgebung der Herzkranzgefässe und die Behandlung von Verengungen, welche zu einem Herzinfarkt führen können.

Damit rüstet sich die Aarauer Klinik für den modernen Patienten, denn: In der Schweiz ist heutzutage jeder dritte Todesfall auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurückzuführen. «Unter dem Strich profitieren sowohl die Patienten als auch die Ärzte von der Erweiterung», erklärt Keller.

Zudem will die Hirslanden Klinik den Gesundheitsstandort Aarau gemeinsam mit dem Kantonsspital stärken, wie die Zusammenarbeit im Bereich der Herzmedizin zeigt.

«Wir etablieren Aarau zunehmend neben den universitären medizinischen Zentren in Bern, Basel und Zürich», sagt Philipp Keller. «Mit den neuen Anschaffungen sind wir diesem Ziel einen Schritt näher gekommen.»

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