Neubau Brugg-Windisch

30 Millionen Franken: Campus-Brand kostet zehnmal mehr

In der Nacht vom 10. auf den 11. April brannte es im Neubau der Fachhochschule.

In der Nacht vom 10. auf den 11. April brannte es im Neubau der Fachhochschule.

Böse Überraschung für die Gebäudeversicherung: Der Grossbrand im Neubau vom 10. April verursacht Schäden für 30 Millionen Franken. Gut sieht es beim Terminplan aus. Der Neubau kann Mitte September regulär bezogen werden, aber nicht mit allen Räumen.

Mit 30 Millionen Franken Schadensumme beim Campus-Neubau für 190 Millionen Franken sind die finanziellen Folgen gigantisch. Ursprünglich schätzten die Bauherren den Schaden auf eins bis drei Millionen Franken ein. Doch: «Es ist der teuerste Brandfall in der über 200jährigen Geschichte der Aargauischen Gebäudeversicherung», sagt Generalsekretärin Christina Troglia von der AGV.

Erst ein Vergleich macht deutlich, was das heisst: Die bisher teuersten Schadenjahre 1997 und 2003 bewegten sich ebenfalls um die 30 Millionen Franken. «Aber da ging es um 1200 bis 1300 kleinere und grössere Brände», betont Troglia.

Kleiner Trost

Bisher gab es 2013 ausgesprochen wenig Brandfälle. Und für alle Versicherten, also für alle Haus- und Gebäudebesitzer im Aargau: «Die Prämien werden durch dieses Ereignis nicht steigen», verspricht Christina Troglia.

Bezug am 16. September

Die zweite grosse Frage, ob der Betrieb des neuen Campus im Herbst regulär eröffnet wird, kann Professor Jürg Christener, Standortleiter Aargau bei der Fachhochschule Nordwestschweiz, eindeutig beantworten: «Der neue Studiengang startet Mitte September normal, alle Studierenden können kommen», freut sich Christener.

Auch der Aargauer Landammann und Bildungsdirektor Alex Hürzeler ist froh darüber und überzeugt, «dass der Start gelingen wird». Allerdings bedinge das einen hoch professionellen Einsatz aller Beteiligten, was man auch bei der bisherigen Bewältigung des Grossbrandes deutlich gespürt habe.

Ohne Umorganisationen geht es allerdings nicht, denn derzeit ist noch offen, wie weit die Räume im dritten und vierten Obergeschoss zur Verfügung stehen werden. Fest steht heute der reguläre Bezug des Parkgeschosses am 31. Juli, des Campussaals am 31. August und der Wohnungen ab 13. September.

«Für die FHNW stehen das Erdgeschoss und das 1. und 2. Obergeschoss ab 14. Juli für den Einzug bereit», versichert Martin Kull von Bauherr und Besitzer HRS Real Estate AG. Damit gehen zwei Drittel des Neubaus planmässig in Betrieb, aber für das am stärksten beschädigte 3. und 4. Obergeschoss «kann ich keine verbindliche Aussage machen», so Kull.

Brandursache bleibt unklar

Weiterhin völlig unklar bleibt die Ursache des Grossbrandes, der am Abend des 10. April im Verbindungstrakt zwischen den grossen Gebäudekomplexen ausgebrochen ist.

Übrigens zu einem perfiden Zeitpunkt: Die Brandmelder waren bereit, aber noch nicht in Betrieb, die Sprinkleranlage im ganzen Gebäude ebenfalls. Eine erste Feuerwehrübung war für eine Woche später bereits angesetzt. Nur 10 Minuten nach dem Ausbruch um 22 Uhr waren die ersten Brandbekämpfer vor Ort. Der Einsatz bei dichtem Rauch im verwinkelten Bau war äusserst schwierig.

Die Brandursache wird untersucht. «Wir haben ein Strafverfahren gegen eine unbekannte Täterschaft eröffnet», erklärt dazu Elisabeth Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft. Aber es gebe derzeit keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder auf vorsätzliche Brandstiftung.

Die forensische Abteilung der Uni Zürich sei mit der Untersuchung beauftragt und werde ein Gutachten abliefern. «Dann sehen wir weiter», sagt Strebel.

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