6. Etappe
266 Leserwanderer – vom zweieinhalb Monate alten Baby bis zum 87-jährigen Wanderprofi

Das Leserwandern bindet ein treues Publikum. 266 Wanderer marschierten von Turgi nach Birmenstorf. Und dabei war die jüngste Teilnehmerin 75 Tage alt, die ältesten Teilnehmer waren 87 Jahre alt. Eine Wanderung in Zahlen.

Sven Altermatt
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Leserwandern 2016, 6te Etappe
24 Bilder
Die Wanderer genossen besonders die schattigen Abschnitte durch den Wald.
An der Limmat bei Turgi wünschten sich viele einen Sprung ins kalte Nass.
Dieser Velofahrer wollte zur Arbeit und geriet in einen Stau.
In Turgi auf dem Weg zum Wasserschloss.
Über die Eisenbahnbrücke.
Kleine Pause beim Wasserschloss.
Nach einer kurzen Rast geht es gestärkt weiter.
Leserwanderer soweit das Aug reicht.
Sven Altermatt begrüsst in Turgi mit dem Megafon.
Mister Leserwandern begrüsst in Turgi mit dem Megafon. (2)
Reuss-Querung bei der Spinnerei in Unterwindisch.
Die Wanderung führte an den Schienen entlang.
Mit Hut bestens vor der Sonne geschützt.
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Ein Trompetenspieler empfängt die Wanderer
Vollgestopfte Brücke in Turgi
Die Wanderer genossen besonders die schattigen Abschnitte durch den Wald.
Buntes Treiben bei der sechsten Etappe.
Buntes Treiben bei der sechsten Etappe.
Die Leserwanderer haben sich eine Pause richtig verdient.
Prächtiges Wanderwetter.
Die Leserwanderer haben sich eine Pause richtig verdient.
Die Limmatt bei Turgi.

Leserwandern 2016, 6te Etappe

Claudia Meier & Sven Altermatt

Vielleicht ist es so etwas wie der neue Normalzustand beim Leserwandern: Konstant hohe Teilnehmerzahlen (bis zu 314 Wanderer), Rekord auf Rekord (der Vorjahresrekord wurde nach sechs Etappen schon dreimal geknackt), staunende Passanten (bei Brücken oder schmalen Wegen müssen sie auch mal einen Stau erdulden). Nun dürfte der angekündigte Wetterumbruch dieser Serie zwar vorerst ein Ende setzen.

Bei der sechsten Etappe allerdings marschierten nochmals 266 Wanderer von Turgi nach Birmenstorf – keiner war wie der andere. Oder doch? Wir haben eine Stichprobe gemacht, bei 150 Wanderern genau nachgefragt und dann hochgerechnet:

32 Prozent der Teilnehmer waren gestern zum ersten Mal dabei.

An dieser Zahl zeigt sich eindrücklich: Das Leserwandern bindet ein treues Publikum. Es gibt gute Gründe dafür, dass fast zwei Drittel der Teilnehmer schon mehrmals dabei waren: Sie betrachten die Wanderungen als eine Art Kränzchen. Man trifft sich und man tut das Gleiche – das schweisst zusammen. «So entstehen Freundschaften », sagte Max Lüscher aus Wohlen schon 2015. Ein Wanderer, den er auf einer der Etappen kennen lernte, hatte ihn sogar zu seiner Hochzeit eingeladen.

15 Prozent der Wanderer führten Stöcke mit sich.

Gerade wenn es bergab geht, wissen Wanderer einen oder zwei Stöcke zu schätzen. Egal, ob Wanderstöcke mit verstellbarer Länge, Trekkingstöcke oder Gehstöcke aus Holz: Sie nehmen einen Teil des Gewichts auf und geben Stabilität – da können andere noch so lange monieren, die Stock-Wanderer würden nur ihren Gleichgewichtssinn verkümmern lassen.

6 Prozent der Wanderer assen ein Käsesandwich.

Auch wenn die Wanderung pünktlich zur Mittagszeit zu Ende war: Proviant ist immer gut. Besonders hoch im Kurs sind Käsesandwiches – wie bereits im vergangenen Jahr.

75 Tage alt war gestern die jüngste Teilnehmerin.

Die kleine Tara verbrachte die sechste Etappe schlafend im Tragetuch auf dem Bauch ihrer Mama. Ein Schirm schützte sie vor Sonneneinstrahlung.

87 Jahre alt waren die beiden ältesten Teilnehmer.

Jakob Ender aus Solothurn und Robert Weber aus Brugg sind nicht nur gleich alt: Die beiden wandern schon seit Jahrzehnten. «Damit halte ich mich fit», sagt Ender, der als SAC-Mitglied selbst unzählige Wanderungen geleitet hat.

Das war die 6. Etappe

- Ein Megafon erfüllt seinen Zweck nur, wenn man es auch hört. Weil das bei der Begrüssung der 266 Leserwanderer – Wally Maxton führte sie kompetent von Turgi nach Birmenstorf – nur bedingt der Fall war, war für alt SP-Nationalrat und Gewerkschafter Max Chopard klar: «Da muss ich Hand anlegen. Als Gewerkschafter weiss ich, wie man diese Dinger laut einstellt.»

- «Du musst nicht jeden kennen»: Das war ein deutliches Wort, gerichtet an einen Teilnehmer der Wanderung. Gerichtet war das Wort an einen Vierbeiner. Er schnupperte an jedem Bein, bei so vielen Leuten eine Geduldübung. Bis eben die Herrin sagte: «Weiter! Du musst nicht jeden kennen!» Eine Feststellung für alle.

- Zumindest für ihn war die gestrige Etappe ein Klacks: Morten Hannesbo, CEO des Autoimporteurs Amag. Der leidenschaftliche Automann ist ein ebenso begeisterter Sportler. Zum Beweis: Allein mit dem Rad hat er im vergangenen Jahr deutlich über 7000 Kilometer abgespult.

- Als prominenter Mitwanderer wurde der Badener Stadtammann Geri Müller angekündigt. Beim Bahnhof Turgi fehlte von ihm allerdings jede Spur. Aufmerksame Wanderinnen berichteten dann, dass sie Müller um halb neun am Bahnhof Brugg gesehen hatten. In einer Hand hielt er ein Karton mit zwei Take-away-Kaffees und in der anderen trug er einen Rollkoffer. Ob er vielleicht von Baden kommend einfach vergass, in Turgi auszusteigen, konnte bis zum Schluss der Wanderung nicht geklärt werden. Jedenfalls hätte er die einfache Wanderung durchaus auch mit Rollkoffer bestreiten können.

- Liebe auf den ersten Blick sei es gewesen, als sie ihren heutigen Ehemann Martin vor vielen Jahren auf einer Schlauchboot-Fahrt nach Unterwindisch kennen lernte, erzählte Verena Meier aus Brugg. Zwar seien sie nicht im gleichen Boot unterwegs gewesen, aber ein schockierendes Erlebnis habe sie zusammengeschweisst. Martin hatte nämlich unbeschreiblich grosses Glück, als sein Boot verbotenerweise über das Wehr fuhr und er danach unbeschadet über die Treppe aus dem Fluss steigen konnte. Seit jenem Tag haben sie sich nicht mehr aus den Augen verloren. (cm/mru/mad./sva)

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