Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kommen viele Bäche nur noch als Rinnsale daher. Auch Flüsse führen deutlich weniger Wasser. Das hat nicht nur für die Fische, sondern auch für die Stromproduktion negative Folgen. Laut Ueli Walther, Sprecher der Axpo, sank die Stromproduktion bei den Laufwasserkraftwerken im Aargau, an denen die Axpo beteiligt ist, im Juli gegenüber dem Vormonat Juni um 25 Prozent. Die Produktion von Laufwasserkraftwerken sei je nach Niederschlägen, Abflüssen und Speicherbewirtschaftung im Jahresverlauf erheblichen Schwankungen von plus/minus 20 Prozent unterworfen, so Walther.

Aber: Längere Trockenperioden führen laut Walther wie jetzt «grundsätzlich zu deutlich verminderten Zuflüssen bei den Produktionsanlagen im Bereich der Wasserkraft». Unmittelbare Folge sei eine Minderproduktion in den Laufwasserkraftwerken. Dies führt aber nicht zu einem Stromengpass. Traditionellerweise produziert die Schweiz im Sommer nämlich einen Überschuss. Das ist trotz Wasserknappheit auch jetzt so.

Weniger Strom als 2003

Die Trockenheit spürt man auch am Eniwa-Wasserkraftwerk an der Aare. Laut Mediensprecherin Harriet Moser produzierte es im Juli gegenüber dem Vormonat Juni rund acht Prozent weniger Strom. Auch im Vergleich zum Hitzejahr 2003 ist die Produktion tiefer. Im Juli 2003 resultierten 8941 MWh, im Juli 2018 nur 8609 MWh. Die Lage sei dennoch nicht kritisch, so Moser, «weil wir immer mit Produktionsschwankungen rechnen müssen und uns dann kurzfristig am Markt eindecken».

Erstaunlicherweise bringt das Superwetter aber nicht automatisch mehr Solarstrom. Die Hitze kann sich negativ auf die Leistung der Solarmodule auswirken, und der Wirkungsgrad sinkt, so Moser.