Seit Jahren verfolgt der Zofinger Stadtrat das Ziel, die Fläche der Halbüberdeckung der Autobahn A2 für eine sinnvolle Energieproduktion zu nutzen. Das Vorprojekt zeigte, dass die massgebenden Kriterien wie Naturwerte, Statik und Entwässerung mit der Photovoltaikanlage eingehalten werden können. Die Photovoltaik ist eine alte und bewährte Technologie. Bereits 1958 wurde der erste Satellit mit Photovoltaik ausgestattet und unter Extrembedingungen erfolgreich erprobt und vielfach eingesetzt. Bei den Gebäuden wird diese Energieproduktion seit über 30 Jahren verwendet.

Strom für 136 Haushalte

Die Fläche der A2-Halbüberdeckung beträgt 7500 Quadratmeter. Mit dem erzeugten Strom können durchschnittlich 136 Schweizer Haushalte (Basis: 3500 kWh Jahresverbrauch pro Haushalt) versorgt werden. Dies entspricht beim schweizerischen Strommix einer mittleren jährlichen CO-Reduktion von etwa 72 Tonnen.

Eine städtische Arbeitsgruppe unter Beizug der StWZ Energie AG als Bauherrin und Betreiberin sowie des renommierten Ingenieurbüros Basler & Hofmann, Zürich, erarbeitete das Bauprojekt.

Anordnung der Anlage

Die Photovoltaikanlage besteht aus rund 2100 Modulen, zusammengefasst in neun Modulfeldern mit Abständen von zwei Metern zwischen den Feldern. Die wirtschaftlichste Anordnung der Photovoltaik-Module ist die Ost-West-Ausrichtung. Sie weist über den Tagesverlauf eine gut verteilte Stromproduktion mit kleineren Mittagspitzen auf. Zwischen den einzelnen Reihen ist ein begehbarer schmaler Gang vorgesehen. Die 15°-Neigung begünstigt die Selbstreinigung der Module durch den Regen.

Die begrünten Flächen der heutigen Halbüberdeckung wurden nach dem BUWAL-Leitfaden «Wiederherstellung und Ersatz im Natur- und Landschaftsschutz» beurteilt. Der Unterhalt und die Grünpflege erfolgen über die Brücke der Strengelbacherstrasse. Für den Zugang ab der Brücke sind zwei verschliessbare Tore vorgesehen.

Zofingen übernimmt die Hälfte

Der Stadtrat hat beschlossen, die Hälfte des auf der Halbüberdeckung der A2 produzierten Stroms für den Eigenbedarf zu übernehmen. Damit wird die Stadt Zofingen dem Label «Energiestadt» noch gerechter.

Dieses Projekt mit Leuchtturmcharakter liegt auf der Linie der Energiestrategie 2050 des Bundesrates. Diese sieht nebst der Steigerung der Energieeffizienz den Ausbau der erneuerbaren Energie vor. Für die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung sind verschiedene Fördermassnahmen erforderlich. In der Raumplanung ist die Erarbeitung eines gesamtschweizerischen Konzepts für den Ausbau der erneuerbaren Energien vorgesehen. Zudem soll verankert werden, dass die Nutzung der erneuerbaren Energien und ihr Ausbau im nationalen Interesse liegen soll. Neue und auch bestehende Energieproduktionsanlagen ab einer bestimmten Grösse und Bedeutung werden zukünftig den Status von nationalem Interesse haben. Mit dieser zugemessenen Bedeutung werden die Energieanlagen anderen nationalen Interessen ebenbürtig. Der Stadtrat Zofingen will einen Beitrag zur Energiewende leisten und eine Vorbildfunktion einnehmen.

Heute sind in Zofingen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1360 kWp installiert. Mit der Realisierung der Halbüberdeckung der A2 wird die elektrische Spitzenleistung um bemerkenswerte 40 Prozent gesteigert.

Als nächstes stehen die Erarbeitung des Baugesuchs und die öffentliche Auflage zu Handen von Strengelbach, Kanton und Bund an. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von rund drei Monaten nach Erteilung der Baubewilligung und der Submission der Photovoltaikanlage. (hz/ran)