Kantonssteuern
209 Millionen Franken – oder wenn wir die Steuern nicht gesenkt hätten

Seit der Jahrtausendwende hat das Aargauer Stimmvolk zwei Steuergesetzrevisionen und damit einhergehende Tarifsenkungen gutgeheissen. Angesichts des drohenden 100-Millionen-Lochs stellt sich nun die Frage nach den Auswirkungen dieser Entscheide.

Peter Brühwiler
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Seit der Jahrtausendwende hat das Aargauer Stimmvolk zwei Steuergesetzrevisionen und damit einhergehende Tarifsenkungen gutgeheissen. Angesichts des drohenden 100-Millionen-Lochs in der Kantonskasse wollte die SP-Fraktion von der Regierung kürzlich wissen, wie stark sich diese Steuersenkungen auf die öffentlichen Finanzen ausgewirkt haben und auswirken werden.

«Eine Rückgängigmachung der Entlastungen würde die Standortattraktivität des Kantons Aargau empfindlich schwächen», schickt diese in ihrer Antwort voraus. Und verweist auf die damit verbundene Schwierigkeit der Analyse: Sie ist statischer Natur. Allfällige Zu- oder Abwanderungen von juristischen oder natürlichen Personen aufgrund der Steuertarif-Änderungen werden in ihr nicht berücksichtigt.

Gerechnet hat die Regierung trotzdem. Resultat: Nimmt man die vor den beiden Revisionen geltenden Tarife, würden beispielsweise im Jahr 2016, für welches das Millionen-Loch prognostiziert wird, zusätzlich 209 Millionen Franken in die Kasse fliessen.

Der gewichtigste Posten ist dabei die Gewinnsteuer für juristische Personen mit Mehreinnahmen von 85 Millionen Franken. Würde lediglich die für das Jahr 2016 beschlossene Tarifmilderung nicht in Kraft gesetzt, hätte der Kanton immerhin noch Mehreinnahmen von 27 Millionen Franken. Etwas weniger, nämlich 22 Millionen, entgehen dem Kanton wegen der zweimaligen Senkung der Vermögenssteuer.