Jahresrückblick

2019 gab es im Aargau so wenige Verkehrstote wie noch nie – dafür immer mehr Cyberkriminalität

Urs Hofmann (Mitte) spricht an der Medienkonferenz der Polizei.

Urs Hofmann (Mitte) spricht an der Medienkonferenz der Polizei.

Im letzten Jahr starben elf Menschen auf Aargauer Strassen, vor fünfzig Jahren waren es noch 13-mal so viele. Cyberkriminelle erbeuteten rund 3,5 Millionen Franken.

Es ist ein Rekordtief: Noch nie seit Beginn der Unfallauswertungen sind im Aargau so wenige Personen im Strassenverkehr gestorben. Starben 1970 noch 148 Personen, waren es im letzten Jahr 11. Sieben Männer, drei Frauen und ein Bub.

Die Ablenkung im Strassenverkehr sei nach wie vor eine der Hauptunfallursachen, sagte Ruedi Scherer, Abteilungschef der Mobilen Polizei bei der Medienkonferenz. Deshalb hat die Kantonspolizei Aargau 2019 vier Schwerpunktkontrollen durchgeführt, bei denen rund 100 Lenker verzeigt und 840 Personen mit einer Ordnungsbusse bestraft wurden, weil sie mit dem Smartphone hantierten.

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Erfreulich ist auch, dass die Anzahl Einbruchsdiebstähle 2019 rückläufig war. Die Polizei hat im letzten Jahr diverse Aktionen und Kontrollen im Bereich von Autobahnen, Hauptverkehrsachsen und Gemeindegebieten durchgeführt.

Leicht zugenommen haben im Vergleich zum Vorjahr die Raubdelikte auf Verkaufsgeschäfte zu Randzeiten. Im Schnitt werden im Aargau jeden Monat ein bis zwei Tankstellenshops oder Lebensmittelgeschäfte überfallen.

Die Diebe – so Polizeikommandant Michael Leupold – seien oft seriell organisiert und hätten es oft auf Tabakwaren, Alkohol oder auch Druckerpatronen abgesehen.

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Cyberkriminalität im Aargau weiter auf dem Vormarsch

Ein Phänomen, das die Kantonspolizei Aargau im 2019 stark beschäftigte, war erneut die Cyberkriminalität. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem viele Personen Opfer von Lovescams wurden, haben sich 2019 Bestellungsbetrüge gehäuft, bei denen Käufer zwar die Ware auf einer Internetplattform bezahlten, dafür aber nie etwas erhielten. In diesem Bereich gab es im Aargau mehr als 500 Anzeigen und eine Deliktsumme von einer halben Million Franken.

Auch durch den sogenannten «Anlagebetrug» verloren im Aargau über 50 Geschädigte gesamthaft 3,5 Millionen Franken. Mittels professioneller Internetauftritte werden potenzielle Anleger angeschrieben und getäuscht, damit sie in angeblich lukrative Anlagen investieren. Die Anzahl vollendeter Tötungsdelikte war 2019 tiefer als im Vorjahr: Zwei Personen wurden getötet. In beiden Fällen konnten die Tatverdächtigen ermittelt werden.

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