Artenvielfalt

2017 war ein gutes Jahr für Tagfalter und Libellen

Dank grossflächigen Aufwertungen gibt es an der Stillen Reuss heute rund 30 verschiedene Libellen-Arten, während es im Jahr 1999 nur noch rund 15 waren.

Dank grossflächigen Aufwertungen gibt es an der Stillen Reuss heute rund 30 verschiedene Libellen-Arten, während es im Jahr 1999 nur noch rund 15 waren.

Eine Studie zeigt: Die Masse an Fluginsekten ist im deutschsprachigen Raum durchschnittlich um rund 75 Prozent gesunken, im Hochsommer sogar um 82 Prozent. Wie geht es den rund 25'000 heimischen Tier-, Pflanzen- und Insektenarten im Aargau?

Deutsche Forscher untersuchten während 27 Jahren den Insektenbestand in 63 Naturschutzgebieten im deutschsprachigen Raum. Sie stellten fest: Die Masse an Fluginsekten ist durchschnittlich um rund 75 Prozent gesunken, im Hochsommer sogar um 82 Prozent.

Die Antwort, ob es um die Aargauer Insekten ähnlich schlecht bestellt ist, gibt Norbert Kräuchi, Abteilungsleiter Landschaft und Gewässer beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt: «Der Kanton besitzt keine vergleichbare Datenreihe zur Entwicklung der Insektenbiomasse. Doch wir gehen leider davon aus, dass es sich mit dem Insektensterben im Aargau gleich verhält wie in den untersuchten Gebieten in Deutschland.»

Vier Arten als Indikatoren

Im Kanton werde das Augenmerk vor allem auf die Artenvielfalt in der Normallandschaft und auf die Veränderungen bei den häufigen Arten gelegt, sagt Kräuchi. Überwacht werde dies seit 1995 mit dem Projekt Langfristbeobachtung der Artenvielfalt in der Normallandschaft des Kantons Aargau, kurz Lanag. «Die Veränderung der Artenvielfalt wird auf 517 Probeflächen am Beispiel von Brutvögeln, Tagfaltern, Schnecken und Pflanzen ermittelt. Die Vielfalt dieser Artengruppen betrachten wir als Indikator für die Qualität des Lebensraums Aargau.»

20 Arten speziell gefördert

Im Kanton leben insgesamt rund 25 000 Tier-, Pflanzen- und Insektenarten. Anhand von Auswertungen der Lanag stellt Norbert Kräuchi fest, dass 2017 ein gutes Jahr für Tagfalter war: «Und betrachtet man deren Entwicklung über die letzten 20 Jahre, so konnten wir insbesondere im Wald eine signifikante Zunahme des Artenreichtums verzeichnen.» Auch gut gehe es den Libellenarten an der Stillen Reuss. «Dank grossflächigen Aufwertungen gibt es dort heute rund 30 verschiedene Arten, während es im Jahr 1999 nur noch rund 15 waren.»

Laut Kräuchi werden sehr seltene Arten mit kantonalen Aktionsplänen gefördert: «Fachleute erheben dazu jährlich oder in einem vorgegebenen Rhythmus den Bestand dieser Tier- und Pflanzenarten. Dann schlagen sie Massnahmen zur Lebensraumaufwertung vor.» Spezifisch gefördert werden im Aargau momentan nur 20 Pflanzen- und Tierarten. «Deswegen ist es umso wichtiger, die Strukturvielfalt und Vernetzung unserer Landschaft zu fördern und erhalten», sagt Kräuchi. «Insbesondere für Insekten.»

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