Hühner
2000 Aargauer Hennen suchen ein neues Zuhause – oder sie landen im Schlachthof

Auf dem Biohof Schär in Brittnau droht 2000 Legehennen der Tod durch den Schlachter. Weil ihre Legeleistung abgenommen hat, werden sie ausgestallt. Wer das verhindern will, kann einige der Althennen adoptieren.

Drucken
Teilen
Althennen suchen ein neues Zuhause (Symbolbild)

Althennen suchen ein neues Zuhause (Symbolbild)

Lucas Huber

Bis morgen Samstag können die 15 Monate alten Hennen auf dem Biohof von Matthias Schär in Brittnau abgeholt werden. Danach werden die ausgedienten Tiere zu Suppenhühnern oder Geflügelwurst verarbeitet. Das meldet die Facebook-Gruppe "Chance auf Leben".

Doch warum wird der ganze Hühnerbestand überhaupt ausgestallt? "Das ist bei der Legehennenhaltung normal", erklärt Matthias Schär, der Inhaber des Brittnauer Biohofs. "Wir erhalten die Jungtiere, wenn sie etwa 18 Wochen alt sind. Doch nach etwa einem Jahr nimmt ihre Legeleistung und die Schalenqualität ab."

Bei einigen Mitgliedern der Facebook-Gruppe, die bereits Hennen vom Hof übernommen haben, herrscht indes Unmut über die Verfassung der Tiere. So hätten einige der Althennen am Hals keine Federn mehr, kippten um oder gingen im neuen Gehege auf andere Hühner los.

Gegen diese Kritik wehrt sich Schär aber vehement: "Der Zustand der Hühner ist tiptop. Davon kann sich jeder gerne selbst auf unserem Hof überzeugen." Weiter gibt er zu bedenken, dass Tiere, die zu Poulets verarbeitet werden, oft nur etwa 35 Tage am Leben seien. Die Legehennen des Biohofs hingegen würden über ein Jahr leben und anschliessend vollständig für den menschlichen Verzehr weiterverarbeitet.